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Keine Bewährung für Trunkenheitsfahrt

Mit 1,2 Promille erwischt Keine Bewährung für Trunkenheitsfahrt

Weil er bereits wegen Trunkenheitsfahrten unter dreifacher Bewährung stand, ist ein Rintelner in Bückeburg nach einer erneuten Trunkenheitsfahrt zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Arbeitslose war erneut erwischt worden, als er mit einem frisierten Mofa und 1,2 Promille im Blut einer Rintelner Polizeistreife aufgefallen war.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

RINTELN/BÜCKEBURG. „Sie sind kein schlechter Kerl. Sie sind kein Verbrecher“, hat sich Richter Thorsten Garbe an einen 57-jährigen Rintelner gewandt. Aber es habe nicht geklappt, er sei wieder betrunken gefahren. Für den bereits unter dreifacher Bewährung wegen Trunkenheitsfahrten stehenden Angeklagten gab es nun die juristische Quittung: In einem Prozess durch alle Instanzen kassierte der alkoholkranke Mann eine sechsmonatige Freiheitsstrafe wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr.

Der Arbeitslose war erneut erwischt worden, als er mit einem frisierten Mofa und 1,2 Promille im Blut einer Rintelner Polizeistreife aufgefallen war. Mit dem Urteil folgte die Berufungskammer des Bückeburger Landgerichts dem Antrag von Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt. Dagegen hatte Verteidiger Thomas Grell auf Bewährung plädiert.

Blutprobe ergibt 1,2 Promille

Rückblick: An einem Abend im Juli 2015 besuchte der Angeklagte einen Bekannten in Rinteln. Innerhalb von etwa drei Stunden trank er Bier und Wodka, ehe er sich auf den Heimweg machte. Der Mann fiel der Besatzung eines zivilen Streifenwagens auf, weil er mit seinem Mofa auf einem Parkplatz in der Nordstadt immer im Kreis fuhr. Schließlich folgten die Beamten dem viel schneller als die erlaubten 25 Stundenkilometer (km/h) fahrenden Roller. Sie stoppten den 57-Jährigen. Schnell stellte sich auch heraus, dass der Roller frisiert worden war. Bei einem Test erreichte das Mofa rund 50 km/h. Er habe das Mofa gebraucht gekauft und nichts daran geändert, äußerte dazu der Angeklagte. Eine Blutprobe am Tatabend ergab einen Wert von 1,2 Promille.

Im ersten Prozess vor dem Rintelner Amtsgericht erhielt der seit Jahren alkoholkranke Mann eine sechsmonatige Bewährungsstrafe. Bereits die Vierte wegen einer Trunkenheitsfahrt: Denn schon 2008, 2009 und 2013 bekam er mehrmonatige Bewährungsstrafen. Dabei war er jeweils mit dem Mofa unterwegs und hatte zwischen 1,4 und 2,1 Promille intus.

Nach den Verurteilungen machte er Therapien und bemühte sich, vom Alkohol wegzukommen. Gegen das letzte Urteil ging die Staatsanwaltschaft in Berufung, weil sie den Mann schon damals hinter Gitter schicken wollte. In einer Verhandlung kassierte der 57-Jährige im Herbst 2016 sechs Monate ohne Bewährung. Dagegen legte er Revision ein. Das Oberlandesgericht Celle hob das Urteil auf und verwies es zurück an die Kammer. Dort hieß es dann doch sechs Monate ohne Bewährung. maf

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