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Keine Windräder – oder nur für Goldbeck?

Rinteln / Energie Keine Windräder – oder nur für Goldbeck?

Kommt bald die Windradschwemme über Rinteln? Der Investor, der für das ehemals geplante Vorranggebiet Westendorf schon einen positiven Bauvorbescheid des Landkreises für den Bau von zwei 150 Meter hohen Windrädern hat, beantragte nun zwei weitere südlich des ehemaligen Vorranggebietes in der Gemarkung Kohlenstädt. Das wurde jetzt im Verwaltungsausschuss der Stadt mitgeteilt. Gegen die ersten beiden Vorbescheide klagt Britta Rinne vom benachbarten Gut Echtringhausen.

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Michael Middendorf von der IG Gegenwind und Nick Büscher vom Naturschutzbund Rinteln zeigen auf der Landkarte, wo sie keine Windräder wollen: In Goldbeck. © dil

Rinteln (dil). Derweil regt sich in Goldbeck weiter Widerstand gegen die von der WGS beantragte Teillöschung des Landschaftsschutzgebiets (LSG) „Lipper Bergland“ für den Bau von Windrädern, weil dort besonders viel Wind ist.

Entschieden hat der Verwaltungsausschuss noch nicht darüber, den Landkreis noch einmal um eine Teillöschung zu bitten, die der Kreistag schon zweimal abgelehnt hat.
Die Interessengemeinschaft (IG) Gegenwind sieht bei ihrem Widerstand das den Naturschutzbund Rinteln an ihrer Seite. Während Nabu-Vorsitzender Nick Büscher komplett gegen Windräder im dortigen Landschaftsschutzgebiet ist, hat die IG Gegenwind einen Plan B.

„Wenn die Einwohnermehrheit doch Windräder will, dann sollen die Investoren aber wenigstens Goldbecker sein. Es sollten nur wenige Windräder sein, damit die Natur nicht zu sehr zerstört wird“, sagt IG-Sprecher Michael Middendorf. Es gibt potenzielle Investoren im Ort, die aber nach einer Informationsveranstaltung vor wenigen Wochen erst einmal das Meinungsbild im Ort abwarten wollen – und dieses ist gespalten. Auf jeden Fall sind diese Interessenten wie auch die IG Gegenwind gegen auswärtige Investoren, die schon seit Längerem in und um Goldbeck sowie bei Wennenkamp sich um Grundstücke für Windräder bemühen.

Um den Bürgerwillen zu erkunden, startet die IG Gegenwind jetzt eine Unterschriftenaktion. Die vorherige Unterschriftensammlung liege schon weit zurück und habe nur etwa 80 Beteiligte gehabt, bei mehr als 500 Einwohnern nicht repräsentativ, erklärt Middendorf. Nun können sich Gegner mit ihren Angehörigen in Protestzettel eintragen, wenn sie folgenden Satz mittragen: „Ich bin dagegen, dass der Landschaftsschutz rund um Goldbeck aufgehoben und dadurch die Errichtung von Windkraftanlagen ermöglicht wird.“

Büscher setzt noch eins drauf: „Wir würden gegen eine Teillöschung eine Verbandsklage erheben und haben bei der Ellerburg schon einmal gegen die Stadt gewonnen.“ Dem Nabu geht es um die seltene Tierwelt auf dem Taubenberg, besonders den Schwarzstorch, der durch Windräder in seinem Brutverhalten und bei der Nahrungsaufnahme erheblich gestört würde. Rotmilan und waldlebende Fledermausarten seien dann ebenfalls gefährdet. Zudem sei der Wald auf dem Taubenberg von der Niedersächsischen Staatsforst für natürliche Waldentwicklung vorgesehen. Große Flächen im LSG sind zudem im Besitz der Waldgenossenschaft Goldbeck.

Nabu und IG wollen auch Protestschilder gegen eine Teillöschung des Landschaftsschutzgebiets aufstellen. Das Ergebnis ihrer Unterschriftenaktion wollen sie beim Ökomarkt am 11. September an einem Stand präsentieren und auch dort Protest sichtbar machen. Noch in petto sind Demonstrationen.

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