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Kendal plädiert mehrheitlich für die EU

Brexit ist Thema Kendal plädiert mehrheitlich für die EU

Wäre es nach Rintelns britischen Partnerstadt Kendal gegangen, würden England in der EU bleiben. Genaue Zahlen nur für Kendal sind zwar auch auf Anfrage bei der Verwaltung nicht in Erfahrung zu bringen, doch der South Lakeland District, quasi der Landkreis, hat überwiegend für den Verbleib gestimmt.

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Mike Middleton vom Partnerschaftsverein gratuliert dem neuen Bürgermeister von Kendal, Stephen Coleman, zu seinem Amt.

Quelle: pr.

Rinteln. Und zwar mit 52,82 Prozent zu 47,11 Prozent. Nach Einschätzung von Kendals Bürgermeister Stephen Coleman sei das Ergebnis in Kendal noch deutlicher gewesen. Nach der Entscheidung zeigt er sich enttäuscht. „Wir wollten in der EU bleiben.“

Viele Behauptungen des Brexit-Lagers seien unwahr gewesen. Er selbst habe ebenfalls gegen einen Austritt gekämpft. „Ich vermute, auch die Austritts-Fraktion hat nicht erwartet, zu gewinnen.“ Dementsprechend groß sei jetzt das Chaos in der britischen Politik, wie auch der in Rinteln lebende Brite Gordon Seymore feststellt.

„Schade“, meint er, „es wäre am besten gewesen, zu bleiben.“ Jetzt heiße es zunächst abwarten, bis sich abzeichne, wie es weitergehe. Für sich selbst und andere Briten in Rinteln befürchtet er keine negativen Auswirkungen. „Ich glaube, wir sind sicher.“

Mit Spannung verfolgt

Die im schottischen Glasgow lebende Rintelnerin Ulrike Hidding hat die Wochen und Monate vor dem EU-Referendum gespannt verfolgt. Vor allem in den Kneipen sei es ein bestimmendes Thema gewesen, erzählt sie am Telefon. „Hier in Schottland gibt es Kneipen, die voll sind mit Unionisten.

Da ist aber eigentlich nur die schottische Unterschicht unterwegs. Deswegen war ich mir relativ sicher, dass die damit nicht durchkommen. Ich dachte, so viele von denen gibt es ja nicht.“ Aber sie habe wohl unterschätzt, wie die Stimmung außerhalb Schottlands gewesen sei.

Kendal selbst sieht Bürgermeister Coleman als tolerante Stadt. „Wir haben eine große polnische Community, auch viele Bürger aus anderen osteuropäischen Ländern.“ Diese seien als Arbeitskräfte für die Region sehr wertvoll. „Wir haben eine sehr niedrige Arbeitslosenzahl und könnten die Kräfte gar nicht ersetzen.“ Er hofft daher, dass die EU-Ausländer sich auch weiterhin willkommen in Kendal fühlen. „Bis jetzt habe ich nichts Negatives gehört.

Junge Leute wollen EU-Bürger bleiben

Hidding berichtet, man spüre, wie mit dem EU-Referendum ein Riss durch die Gesellschaft gehe. Sie persönlich hofft, dass die schottische Erste Ministerin Nicola Sturgeon ihre Ankündigung wahr macht und Schottland in die Unabhängigkeit und dann zurück in die EU führen wird. „Wenn es gelingt, dann wird Glasgow boomen, denn dann werden die jungen Europäer nach Schottland ziehen. Das fängt jetzt an, dass alle nach einer irischen Großmutter suchen, weil sie EU-Bürger bleiben wollen.“

Eines allerdings sei nach dem Brexit-Referendum aktuell positiv: „Gestern war ich shoppen, das ist jetzt echt zehnmal geiler, wegen des guten Wechselkurses.“  jak

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