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Klein, familiär? Alles Pluspunkte

Weihnachtsmarkt Klein, familiär? Alles Pluspunkte

Simone Schmidt stellt zum ersten Mal auf dem Adventszauber in Rinteln aus. Seit Montag hat sie, zusammen mit fünf Freundinnen, die Hütte gemietet, die wohl den besten Ausblick über den Markt hat: direkt unterm Weihnachtsbaum, mit Blick auf die Bühne und die Nikolaikirche.

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In den Augen der Aussteller und der Stadt besticht der Adventszauber durch seine familiäre Atmosphäre.

Quelle: mld

Rinteln. „Ich bin ja Ur-Bückeburgerin, aber ich muss sagen: Bückeburg muss in Sachen Weihnachtsmarkt noch ganz schön aufholen.“ Vom Rintelner Markt sei sie als Ausstellerin positiv überrascht, auch wenn sie ihn mit Hameln, Hannover oder Goslar vergleiche. Die Atmosphäre sei „schnuckelig“, und die Aussteller stammten aus der Gegend. „Das ist nicht selbstverständlich“, erzählt sie.

Am 25. November eröffnete der Adventszauber, am 29. Dezember wird er mit einem Abschlusskonzert ab 18 Uhr schließen. Nur während der Feiertage wird er vom 24. bis zum 26. Dezember ruhen. Zeit also, sich umzuhören: Wie lief der Adventszauber denn bislang?

„Bislang bin ich sehr zufrieden – und die Aussteller und Besucher ebenfalls. Das ist zumindest das, was ich gehört habe“, erzählt Rintelns Marktmeister Daniel Jakschik. Gerade ab Dämmerung werde der Markt gut angenommen, genauso wie am Wochenende. Der Wermutstropfen: der Mittag. „Früher war gefühlt mehr los“, sagt Jakschik, als Betriebe und Unternehmen noch gemeinsam Mittagspause auf dem Weihnachtsmarkt gemacht hätten. Doch in der Vorweihnachtszeit fehle dafür vielleicht die Ruhe, mutmaßt Jakschik.

Stoßzeiten nach Feierabend

Die Beobachtung hat auch Arif Sanal vom Glühwein-Stand vor der Bodega gemacht: „Stoßzeiten sind vor allem dann, wenn die Leute Feierabend haben, es langsam dunkel wird und das Bühnenprogramm beginnt.“ Er ist zum ersten Mal mit seinem Stand auf dem Adventszauber und ist sich sicher: „Ich bin im nächsten Jahr auch wieder dabei.“

Als Verkäufer von Glühwein, heißen Cocktails und mehr hat er die Erfahrung gemacht: Die Getränke sollte man nicht einfach vor sich hin köcheln lassen. Stattdessen: Kalt lagern und dann via die Umleitung durch einen Schlauch in Kürze auf 250 Grad erhitzen. Die Getränke können dann rund 70 Grad heiß serviert werden.

Zufrieden zeigt sich auch das Team der Glühwein-Pyramide: Sie treffe viele Kunden wieder, erzählt Kathy Schilling, die seit drei Jahren im Ausschank hilft. Darunter seien auch Gäste aus Florida oder Australien, die zu Besuch in Rinteln sind. Auffällig in diesem Jahr: „Es sind wirklich viele Kinder hier“, sagt sie.

Kein Touristenmagnet

Auch laut Jakschik soll der Adventszauber genau das sein: Ein Weihnachtsmarkt für einen Bummel durch die Stadt, für Familien, Menschen mit Hunden, denen die großen Weihnachtsmärkte zu voll und zu hektisch sind. In Rinteln gehe es „familiär“ zu, und das soll so bleiben. Natürlich ist es kein Vergleich zu den Touristenmagneten wie beispielsweise Hameln. „Aber das wollen wir auch gar nicht“, sagt Jakschik.

Merkmal des Adventszaubers sei auch, dass viele lokale Aussteller zu finden sind – Privatleute etwa, die sich für ein paar Tage eine der zwölf Hütten anmieten. Auch die Qualität der Produkte spreche für sich, so Jakschik. „Die Besucher erkennen gleich, dass das echtes Glas aus Thüringen ist“, erzählt Claus Schatzl von der Gläserei Schatzl mit seinem Stand voller gläserner Kugeln und Anhänger. Auch die Besucher aus dem Harz, Hameln oder Hannover würden die Produkte auf dem Adventszauber loben, erzählt Schatzl.

Viele Aussteller wollen im nächsten Jahr wiederkommen, sagt Jakschik: „Es sind nur noch wenige Termine frei.“

Fünf Wochen lang geöffnet

Eine weitere Besonderheit des Marktes: die ausgedehnte Dauer. „Dass wir fünf Wochen lang geöffnet haben, betrachten die einen oder anderen Städte schon mit Neid“, erzählt er lachend. Eine Bilanz soll aber trotzdem gezogen werden, auch in Vorausschau aufs nächste Jahr.

Die Dauer des Adventszaubers wurde nach und nach erhöht, erinnert sich Jakschik, als die Stadt die Gestaltung des Adventszaubers vom Gewerbeverein übernahm. Schließlich zog auch die Gastronomie mit, als sich abzeichnete, dass die Menschen zwischen Weihnachten und Neujahr gern in die Innenstadt kommen – und dabei auch Halt an Glühwein- und Bratwurststand machen.

Für die Hütten mit weihnachtlichen Artikeln ist diese Zeit aber kaum mehr interessant, ihr letzter Tag war der 23. Dezember sein. mld

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