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Konkrete Konzepte fehlen

Grundschulen Rinteln Konkrete Konzepte fehlen

Zwei zusätzliche Stellen für pädagogische Mitarbeiter hat die Kultusministerin Frauke Heiligenstadt für die Grundschulen Deckbergen und Rinteln Süd zugesagt. Damit sollen die Lehrkräfte unterstützt werden, die durch die Inklusion, gerade im Bereich der Beschulung von Kindern mit emotionalen-sozialen Auffälligkeiten, überlastet sind (wir berichteten).

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Inklusion ist nicht so einfach umzusetzen. Die Probleme an den Schulen, vor allem mit emotional-sozial auffälligen Kindern, müssen jetzt aufgearbeitet werden.

Quelle: dpa

RINTELN. „Das freut mich. Ich habe mich schließlich sofort nach dem ersten Artikel in der Presse an Karsten Becker gewandt, um für die Schulen schnelle Unterstützung zu erreichen“, sagte Heinrich Sasse (WGS). Trotzdem reiche das noch lange nicht aus.

„Gerade Kinder mit Auffälligkeiten in der emotionalen, sozialen Entwicklung sind schwer zu inkludieren“, weiß Sasse und richtet sich für die WGS mit einem Eilantrag an den Landkreis Schaumburg. Darin fordert er: Die Probleme mit der Inklusion müssen in den weiterführenden Schulen umgehend abgefragt werden. Die „Brennpunkte“ in Schaumburg müssen Hilfen erhalten.

Außerdem sei die Arbeit des Jugendamtes zu überprüfen und gegebenenfalls effizienter zu gestalten. Schulbegleiter seien in notwendigen Fällen zeitnah zur Verfügung zu stellen. Der Landkreis müsse gemeinsam mit den Städten und Gemeinden auf eine bessere personelle Ausstattung der Schulen durch das zuständige Kultusministerium drängen.

Änderungen müssen her

„Mindestens ebenso wichtig ist aber, dass jetzt neben der personellen und sächlichen Ausstattung der Schulen endlich auch konkrete Inklusionskonzepte her müssen. Da sind die Schulen selbst unter Mithilfe der Landesschulbehörde nun dringend in der Handlungspflicht“, stellt Sasse fest.

Ähnlich hatten sich bereits Leiter und Lehrkräfte der Grundschulen der Region geäußert. Das Schulsystem sei nicht mehr zeitgemäß. Es sei seit Jahrzehnten nichts verändert worden und müsse an die heutigen Bedingungen und Familien angepasst werden.

„Das pädagogische System, der 45-Minuten-Unterrichtstakt und der Fächerkanon wurden seit Jahrzehnten nicht verändert. Wir müssen dringend das System den Kindern anpassen und nicht versuchen, Kinder dem System anzupassen“, hatte die Leiterin der Grundschule Deckbergen, Claudia Buschke, unserer Zeitung gegenüber festgestellt. Die Rahmenbedingungen müssten verändert, und der Sinn von Noten sei zu überprüfen.

Gemeinsamer Austausch steht an

„Wir als WGS verstehen unsere Anträge an den Landkreis und an die Stadt Rinteln auch als Aufforderung an die zuständigen vorgesetzten Schulbehörden der Schulen vor Ort, die letztlich die tatsächliche Inklusionsarbeit in der Realität an der Basis allein leisten müssen, diese nicht im Stich zu lassen und es nur bei den theoretischen gesetzlichen Vorgaben zu belassen, sondern ihre Schulen auch durch konkrete konzeptionelle Beratung und zusätzliche Personalgestellung zu unterstützen“, so Sasse.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will sich dem Thema nun ebenfalls annehmen. Unter der Leitfrage „Ist die kritische Situation an der GS Deckbergen ein Einzelfall?“ will sich der Schaumburger GEW-Kreisvorsitzende, Friedrich Lenz, demnächst mit den Schulleitungen und Personalräten der Grundschulen des Landkreises Schaumburg austauschen.  la

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