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Kreisel kein Allheilmittel

Kreuzung Extertal-/Seetorstraße Kreisel kein Allheilmittel

Morgens vor Schulbeginn in der Extertalstraße brauchen Autofahrer schon mal etwas Geduld. Zahlreiche Eltern bringen in der Zeit zwischen 7. 20 und 7.45 Uhr ihre Kinder mit dem Auto entweder zum Gymnasium Ernestinum in der Burgfeldsweide oder zur Hildburgschule am Kollegienplatz, gleichzeitig steuern Schulbusse dieselben Ziele an. Das führt an der Kreuzung Extertal-/Seetorstraße zu Wartezeit und Rückstau.

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Die WGS will, dass die Kreuzung Extertal-/Seerosenstraße zu einem Kreisel umfunktioniert wird. Kritische Stimmen fürchten hingegen, das die schon jetzt unzureichende Verkehrssicherheit der Radfahrer in einem Kreisel noch weniger gewährleistet seien könnte.

Quelle: pk

Rinteln. Die Wählergemeinschaft Schaumburg (WGS) geht davon aus, dass das Verkehrsaufkommen in den Stoßzeiten noch höher ausfallen wird, wenn an der Burgfeldsweide die neue Integrierte Gesamtschule (IGS) gebaut und das Gebäude der Hildburgschule in Zukunft anderweitig genutzt wird. Die Lösung für das von Gert Armin Neuhäuser, Fraktionsvorsitzender der WGS, prognostizierte Verkehrsszenario sieht die WGS in einem Kreisverkehr an der Kreuzung (wir berichteten). Aber ist ein Kreisverkehr tatsächlich nötig? Würde ein Kreisel die Verkehrssituation wirklich entlasten? Und wäre auch anderen Verkehrsteilnehmern, wie Radfahrern, damit geholfen?

Die Stadt ist sich des erhöhten Verkehrsaufkommens in den Stoßzeiten, mittags, aber insbesondere morgens, bewusst. Es komme an der Kreuzung teilweise zu „erheblichem Rückstau“, sagt der Stadtjurist Joachim Steinbeck dieser Zeitung. Und ein Kreisverkehr sei zwar „immer eine Option für einen besseren Verkehrsfluss“. Ob ein Kreisel aber auch in diesem Fall die beste Lösung ist, darüber müssten jedoch zunächst Verkehrsexperten befinden.

So stellt sich beispielsweise die Frage, ob der Rückstau in den Stoßzeiten nicht sogar noch größer wird, wenn sich die Autos und Schulbusse von der Extertalstraße kommend – dann nur noch einspurig – in den Kreisel einfädeln müssen.

Fahrradfahrer sind gefährdet

„Außerdem dürfen dabei die Radfahrer nicht außer Acht gelassen werden“, gibt Steinbeck vor allem mit Blick auf mit dem Fahrrad zur Schule fahrende Kinder zu bedenken. Ihre Situation sei durch die vielen Abbiegerspuren und die weitläufige Kreuzung jetzt schon kritisch. Und ein Kreisel sei durch die damit einhergehende „Aufhebung der vorhanden Vorfahrtsberechtigungen“ insbesondere für Radfahrer nicht immer die beste Lösung.

Eine Auffassung, die auch von Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereichs Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, geteilt wird. Er verweist auf den sogenannten Amtspfortenkreisel in Stadthagen, wo die Einrichtung des Kreisverkehrs sogar zu mehr Unfällen mit Radfahrern geführt habe. „Die Autofahrer müssen beim Anfahren eines Kreisels mehr im Blick haben als sonst“, sagt Brockmann.

Günther Dohm, Sprecher der Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), ist zwar nicht grundsätzlich gegen Kreisverkehr, sieht ihn jedoch kritisch. Seiner Meinung nach sind Kreisel für Radfahrer nur sinnig, wenn die Radwege in den Kreisverkehr integriert sind, die Radfahrer also auf markierten Streifen am äußeren Rand der Fahrbahn fahren. Andernfalls wären Radfahrer durch die dann erneut nötige Überquerung der Fahrbahn ähnlich gefährdet wie im Status quo.

Vier Unfälle innerhalb von drei Jahren

„Die Verkehrsströme haben sich in den vergangenen Jahren verändert – die Kreuzung nicht“, sagt Brockmann. Davon zeuge eine Zunahme von Unfällen in diesem Bereich. Die Verkehrsunfallkommission, bestehend aus unter anderem Brockmann als Vertreter der Landesbehörde, der Stadt Rinteln und der örtlichen Polizei, stellte Anfang Juni fest: Innerhalb von drei Jahren ereigneten sich dort vier Unfälle, bei denen drei Radfahrer und ein Fußgänger jeweils von Autos oder Lastwagen erfasst und leicht verletzt wurden.

Statistisch gesehen gilt die Kreuzung damit als Verkehrsunfallhäufungspunkt, wie Polizeihauptkommissarin Daniela Kempa sagt. Auch sie ist sich gerade im Hinblick auf die Sicherheit der Radfahrer nicht sicher, ob ein Kreisel die beste Lösung für eine Entlastung der Verkehrssituation ist. Aber das sei auch eine Frage der Gestaltung.

Die Verkehrsunfallkommission wird sich deshalb als Nächstes damit befassen, wie die Verkehrssicherheit für Radfahrer an der bestehenden Kreuzung verbessert werden kann. Dabei müsse auch die sich noch in Arbeit befindende teilweise Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht berücksichtigt werden.

Der Rat der Stadt Rinteln wird in seiner nächsten Sitzung im September über den Antrag der WGS entscheiden. pk

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