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Kundschaft aus dem weiten Umland

Museum in der Eulenburg Kundschaft aus dem weiten Umland

Blickpunkt Museum Eulenburg. In der aktuellen Ausstellung geht es um Rinteln im Wirtschaftwunder. Thematisiert wird die Küche der sechziger Jahre: Holzimitate und die Farben Weiß und Rot waren bestimmend.

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In der Küche wird in den sechziger Jahren dreimal täglich gegessen, denn die gute Stube wird nur an ganz besonderen Tagen geöffnet.

Quelle: rnk

RINTELN. Jedoch sollten Küchen nicht mehr isoliert in einem kleinen Raum, sondern großzügig mit einem Essplatz kombiniert werden, der funktional eingerichtet war: gepolsterte Stühle und ein großer Tisch mit robuster Resopalauflage auf schlichtem schwarzem Metallgestell. Darüber eine Hängeleuchte aus gebürstetem Aluminium zur blendfreien Beleuchtung des Essplatzes.

Das Zimmer diente im Wirtschaftswunder als heimlicher Lebensmittelpunkt, dort wurde gekocht und abgewaschen, dort wurde dreimal am Tag zusammengesessen und gegessen, gemeinsame Mahlzeiten waren wichtig damals.

Denn das „gute Wohnzimmer“ durfte ja nicht betreten werden, außer an Geburtstagen und an Weihnachten blieben jene Zimmer verschlossen, die in Stilmöbeln zwischen Altdeutsch und Eiche rustikal eingerichtet waren. Die „gute Wohnstube“ war vor allem ein „Präsentierteller“ für Gäste. Keine Spielwiese für die Kinder, kein Entspannen oder Schlafen auf der Couch, kein Ausleben eines Hobbys – nein, das Wohnzimmer blieb für das Alltägliche geschlossen.

Nur kurz streift die Ausstellung im Museum in der Eulenburg die Landwirtschaft in Rinteln. Sie verliert im Wirtschaftswunder an Bedeutung in der Weserstadt.

Einen längeren Blick sollte der Besucher auf die Spielzeug-Ecke werfen. Es dauert dann nur noch Sekunden, bevor ein Name ins Gedächtnis springt: Klar, „Puppen-Böhme“, das war der Anlaufpunkt, wenn es um Spielzeug ging, und ein rasch wachsender Markt reagierte mit einer Flut von Puppen, Gesellschaftsspielen und Modellautos. Dazu kommt die Schmutz-und Schundliteratur, jedenfalls, wenn man den Eltern glauben wollte: Jerry Cotton-Hefte, Superman-Comics, solche harmlosen Sachen, aber in den fünfziger und sechziger Jahren waren Comics im sogenannten Schund- und Schmutzkampf Gegenstand pauschaler Verdammung.

Und auch die Mode ändert sich. Die Jugend entwickelt einen eigenen Kleidungsstil, und mit den neuen Modetrends erlebt auch der Handel in Rinteln eine Blüte. Inhabergeführte Fachgeschäfte ziehen Kundschaft aus dem weiten Umland an. Ihre Namen? Beckmann, Rumke, Sasse, Kottmann, dazu kommen die Schuhhäuser Stock und Neumann. An alle wird ganz oben in der Ausstellung erinnert.Die Ausstellung in der Eulenburg läuft bis zum 23. April. rnk

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