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„Lasst uns einander die Hände reichen“

Integration „Lasst uns einander die Hände reichen“

Die Stimmung ist gelöst im Teehaus der Türkisch-Islamischen Gemeinde. Männer und Frauen sitzen um ein paar zusammengeschobene Tische herum, trinken Chai, essen türkisches Gebäck, reden und lachen.

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Hand in Hand für ein friedliches Miteinander gestern im Gebetsraum der Türkisch-Islamischen-Gemeinde: Annegret Dreyer (Zweite von links) und Peter Neumann (Fünfter von links) als Vertreter des Christentums, Gisa Meier-Floeth (rechts) als Vertreterin der Baha‘i, Salih Alinak (links), Imam Idris Tasova (Vierter von links) und Murat Demirel (Zweiter von rechts) als Vertreter des Islams und Michael Schmidt (Dritter von links) als Vertreter für Buddhismus und Hinduismus.

Quelle: tol

Rinteln. Ja, sie necken sich sogar ein wenig, machen harmlose Witzchen über ihre jeweilige Religion. Denn deshalb sind sie hier. Sie – das sind Muslime, Christen, ein Buddhist und eine Anhängerin der Baha‘i, die gestern Vormittag zusammengekommen sind, um für ein friedliches Miteinander der unterschiedlichen Religionen ein Zeichen zu setzen. Anlass für die Zusammenkunft sind die islamistischen Terroranschläge von Paris und die islam- und zuwanderungskritischen Demonstrationen von Pegida & Co.

 „Wir wollen in diesen schwierigen Zeiten zeigen, dass wir solidarisch mit den Muslimen sind“, sagte Initiator Peter Neumann, der Vorsitzende des Fördervereins „Haus der Weltreligionen“. „Was wir dankend angenommen haben“, warf Murat Demirel, der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Mevlana-Gemeinde in Rinteln, ein.

 Darüber hinaus heißt es in einer gemeinsam abgegebenen Presserklärung: „Als Mitglieder der Religionsgemeinschaften, die im ,Haus der Weltreligionen‘ zusammenkommen, stellen wir mit Trauer und Bestürzung fest, dass auch in unserem Land Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass sowie Antisemitismus und Angst vor dem Islam (Islamophobie) immer wieder aufflammen.“

 Man sei entsetzt darüber, dass „immer noch im Namen der Religionen Verbrechen an Menschen begangen werden“, weil sie andersgläubig oder nicht religiös sind.

 In diesem Zusammenhang mahnte Demirel: „Wenn jemand im Namen einer Religion etwas Schlimmes tut, dann muss sich zuerst die jeweilige Religionsgruppe selbst dazu äußern.“ So könnten Pauschalisierungen ganzer Glaubensgruppen vermieden werden.

 Weiter heißt es in der gemeinsamen Erklärung: „Hass und Terror“ unter dem Deckmantel von Religion träten „die wahren Absichten religiöser Lehren und Traditionen mit Füßen“.

 Die Botschaft des „Hauptstromes religiöser Texte und ihrer Ausleger“ spreche eine andere Sprache und handele von „(Nächsten-)Liebe, Frieden, Gerechtigkeit und gelingendem Leben“. Davon zeugten die Schriften unterschiedlicher Religionen, wie die von den Beteiligten ausgesuchten Auszüge belegten (siehe Kasten).

 „Unser Wunsch ist es, dass die Leute, ob religiös oder nicht, diese Texte kennenlernen und sich entsprechend verhalten“, sagte Neumann. Gisa Meier-Floeth, Anhängerin der Baha‘i, sprach von einer „Mahnung an alle für den Frieden“. Und Michael Schmidt, Vertreter des Buddhismus und Hinduismus, mit Blick auf das Weltgeschehen: „Wir können nur hier vor Ort etwas tun.“ Deshalb plädieren sie alle gemeinsam an alle Menschen: „Lasst uns einander die Hände reichen!“ Um einander zu verstehen und füreinander da zu sein.

 Unter diesem Motto laden sie für Donnerstag, 12. März, um 19.30 Uhr, in die St.-Nikolai-Kirche, wo interreligiös für Frieden und Toleranz eingestanden werden soll.

 Weiter sind für die Zukunft zwei Treffen jährlich geplant, um sich über aktuelle Themen, wie etwa Karikaturen von religiös Verehrten oder Grundsätzliches, wie zum Beispiel Schriftenauslegung, miteinander auszutauschen. pk

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