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Lebensgefährlicher Spielplatz?

Geräte werden abgebaut Lebensgefährlicher Spielplatz?

Glasscherben, Hundekot und scharfe Kanten an Spielgeräten: Der Spielplatz an der Königsberger Straße in der Rintelner Nordstadt ist in einem erbärmlichen Zustand. Da nutzt es auch nichts, dass ein Schild darauf hinweist, die Benutzung erfolge auf eigene Gefahr. Nun werden die Spielgeräte abgebaut.

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Das Stehkarussell ist defekt, dreht sich aber noch. Die scharfen Kanten könnten für schwere Verletzungen sorgen.

Quelle: jak

Rinteln.  „Meine Kinder würde ich hier nicht spielen lassen“, betont eine Anwohnerin. Schon seit Jahren werde der Spielplatz vernachlässigt, „es ist wirklich schlimm dort“.

 Auch FDP-Ratsherr Ralf Kirstan hat sich des Themas in einem Antrag an den Stadtrat angenommen. „Der Spielplatz befindet sich in einem Zustand, der nicht nur als verwahrlost, sondern als für Kinder lebensbedrohlich bezeichnet werden muss“, schreibt er. Weitere Anwohner bestätigen gegenüber unserer Zeitung diesen Eindruck. Zwar würde die Stadt regelmäßig den Spielplatz mähen lassen – und hätte vor einigen Jahren auch defekte Spielgeräte entfernt, aber keine neuen mehr aufstellen lassen.

 Besonders gefährlich ist eine mit Müll und zeitweise auch Glasscherben gefüllte Grube, in der sich früher ein Sandkasten befand. 70 Zentimeter ist die Grube tief, hat Ratsherr Kirstan nachgemessen, der Sand fehlt völlig und eine Absperrung oder Abdeckung, wie sie bei Baustellen rechtlich verbindlich wäre, ebenfalls. „Um wie viel wichtiger wäre da ein adäquater Schutz auf einem Kinderspielplatz, wo motorisch noch unsichere (Klein-)Kinder leicht über die Einfassung stolpern und in die Grube stürzen können – mit dann möglicherweise tödlichen Folgen“, schreibt der Vater eines sechsjährigen Kindes.

 Tatsächlich berichtete auch unsere Zeitung bereits im Mai 2015, die Stadt wolle den Spielplatz auflösen. Nur offenbar hat niemand daran gedacht, die verbliebenen – und hoch gefährlichen – Spielgeräte abzubauen und das offizielle Schild, das den Platz als Kinderspielplatz ausweist, zu entfernen.

Geräte hätten längst abgebaut werden müssen

 Auf Anfrage bestätigt Bürgermeister Thomas Priemer, dass der am selben Tag eingetroffene Antrag der FDP schon thematisiert worden sei. „Ich habe angeordnet, dass der Spielplatz sofort (also am heutigen Tag, Anm. d. Red) abgebaut wird“, sagt Priemer. „Die Spielgeräte hätten schon längst abgebaut sein sollen.“ Aufseiten der Stadt sei offenbar etwas in der internen Kommunikation schiefgegangen. „Mich hat das selber überrascht, ich bedaure das“, sagt Priemer. Die Chefs des Bauamtes und des Bauhofes hätten sich den Platz am Vormittag persönlich angesehen und die notwendigen Schritte veranlasst.

 Doch für Kirstan ist das Thema damit nicht gegessen. In seinem Antrag fordert er, dass alle in städtischer Trägerschaft befindlichen Kinderspielplätze nach den entsprechenden DIN-Normen alle drei Monate und einmal jährlich grundsätzlich geprüft werden. „Die Ergebnisse der Inspektionen sind auf Kontrollbögen zu erfassen, welche Angaben zum Tag der Kontrolle, zu festgestellten Schäden sowie zu getroffenen Maßnahmen zu deren Behebung enthalten.“

 Außerdem solle ein Mitarbeiter mit der Leitung des Inspektionsdienstes betraut werden, der diese Aufzeichnungen monatlich gegenzeichnen müsse. Die Kontrollbögen sollten für die Bürger öffentlich einsehbar sein.

 Bürgermeister Priemer betont, das erst prüfen zu müssen. Er weist aber darauf hin, dass die Stadt natürlich schon jetzt ihre Spielplätze nach den DIN-Normen ausweist und Mitarbeiter habe, die dafür geschult und zuständig seien. „Ob die geforderten Intervalle sinnvoll sind, werden wir prüfen“, so Priemer. jak

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