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Leck erst nach fünf Stunden dicht

Einsatz bei O-I-Glasspack Leck erst nach fünf Stunden dicht

Einsatz am Limit: Bis kurz nach 21 Uhr hat es am Mittwochabend gedauert, ehe die Feuerwehrleute das Leck in der SchmelzwanneD im O-I Glasspack-Werk an der Stoevesandtstraße in Rinteln geschlossen hatten. Rund 70 Tonnen flüssiges, etwa 1500 Grad heißes Glas waren bis dahin unkontrolliert aus dem etwa 15 Zentimeter großen Wannenleck geflossen.

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150 Feuerwehrleute sind auf dem Gelände von O-I Glasspack rund fünf Stunden im Einsatz gewesen.

Quelle: la

Rinteln. Die rund 150 Feuerwehrleute, die direkt an der Wanne im Einsatz waren und mit Löschwasser und Schaummittel versuchten, das Glas abzukühlen, damit sich das Leck schloss, waren am Rande ihrer Kräfte.

Werksfeuerwehr sofort im Einsatz

Am Mittwochnachmittag gegen 15.30 Uhr war es an der Schmelzwanne D im O-I Werk zu dem Glastaustritt gekommen. Die Werkleitung setzte unverzüglich den Alarm- und Gefahrenabwehrplan in Kraft, der, falls erforderlich, auch die umliegenden Feuerwehren alarmiert. Am Mittwoch war das notwendig. Zwar hatte die Werkfeuerwehr O-I Glasspack, die für solche Fälle speziell ausgebildet ist und entsprechendes Material vorhält, sofort mit der Kühlung des Glases an der Austrittsstelle der Schmelzwanne begonnen, um so das Leck zu schließen, aber alleine konnte sie die Lage nicht beherrschen.

Vor allem Atemschutzgeräteträger fehlten. So wurden nach und nach weitere Feuerwehren alarmiert, bis schließlich die Feuerwehren Rinteln, Ahe, Strücken, Hohenrode, Steinbergen, Engern, Uchtdorf, Exten, Schaumburg, Todenmann, die Werkfeuerwehr der Lebenshilfe Stadthagen, die Kreisfeuerwehr, die Werkfeuerwehr Siegfried PharmaChemikalien Minden sowie der DRK-Rettungsdienst und der DRK-Einsatzzug Schaumburg mit insgesamt mehr als 150 Kräften vor Ort waren.

Gleichzeitig zu den Abkühlungsmaßnahmen oben an der Schmelzwanne wurde das flüssige Glas, das in einen dafür vorgesehenen Auffangbereich floss, mit Löschschaum abgekühlt und die Umgebung mit zwei großen Löschrohren (C-Rohren) gekühlt.

5000 Liter Schaummittel zum Kühlen

Insgesamt wurden 5000 Liter Schaummittel benötigt, wofür die Werkfeuerwehr Siegfried PharmaChemikalien Minden und die Feuerwehr Stadthagen sorgten. Da in dem Schadensbereich nur unter Atemschutz gearbeitet werden konnte, wurde der Gerätewagen-Atemschutz der Kreisfeuerwehr angefordert. Im Einsatzverlauf kamen insgesamt 22 Trupps unter Atemschutz zum Einsatz.

Gegen 20.30 Uhr zeigten die Kühlungsmaßnahmen Erfolg, und der Austritt des flüssigen Glases konnte gestoppt werden. Die Einsatzkräfte rückten nach und nach wieder ab. Der Großeinsatz war erfolgreich beendet worden.

Die Firmenleitung teilte am Donnerstag mit, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Anwohner und Umwelt bestanden habe. Glas sei ein natürlicher, lebensmittelsicherer Rohstoff. Die für die Bevölkerung sichtbare Dampfentwicklung sei durch die Löscharbeiten, speziell durch den Kontakt des Löschwassers mit der heißen Glasmasse, entstanden. Am Donnerstagvormittag wurde mit der Ursachenermittlung und den Wannenreparaturarbeiten begonnen.

Bereits 2013 gab es eine Leckage

„Die Glaswannen werden in allen O-I Werken mittels interner Audits und durch externe Sachverständige regelmäßig kontrolliert. Darüber hinaus werden die Schmelzprozesse durch vollautomatische Systeme ständig überwacht, die eine Leckage unverzüglich melden“, teilte die Firmenleitung mit. Das ausgetretene Glas wurde in ein extra dafür vorgesehenes Bassin geleitet, wo es kontrolliert abgekühlt wurde. Wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann, stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest. Im März 2013 hat es in dem O-I Werk schon einmal eine Glasleckage gegeben. la

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