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Leere Betten

Rinteln/ Doktorsee Leere Betten

Wenn Jugendgruppen preisgünstig in Rinteln übernachten wollen, gibt es derzeit nur das Camping am Doktorsee. Dabei stehen zwei Objekte leer, die Betten genug hätten: Jugendherberge und das Bremer Schullandheim.

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Die Jugendherberge steht leer

Von Dietrich Lange Rinteln. Beide werden zum Kauf angeboten, beide haben einen Modernisierungsstau. Und für beide scheint der Verkauf nicht so einfach zu gelingen.

 Beim Bremer Schullandheim aus dem Jahr 1926 (westlicher Trakt von 1969) waren Interessenten im Verkaufsprospekt zu Angeboten bis zum 26. Juni aufgefordert worden. Als Kaufpreis hatte die Immobilien Bremen 165000 Euro gefordert, der Zuschlag sollte an den Meistbietenden gehen. Es handelt sich um zwei Flurstücke: 2851 und 10646 Quadratmeter groß, gelegen an einer Sackgasse gleich hinter einem erst in den letzten Jahren mit zum Teil exklusiven Häusern bebauten neuen Wohngebiet. Auf dem Schullandheimgelände befindet sich der Waldkindergarten der Stadt Rinteln.

 Susanne Engelbertz, Abteilungsleiterin Immobilien bei der Stadt Bremen, erklärte auf Anfrage: „Wir haben noch keinen Käufer, aber Interessenten, und wir sprechen mit allen offen. Dass das höchste Gebot Vorrang hat, ist nur Theorie. Da wir bisher wohl nicht zu einem Ende der Verhandlungen kommen können, haben wir die Interessenten zu Nachbesserungen für ihre Angebote und Konzepte gefragt. Wenn in dieser Verhandlungsrunde keine Einigung erzielt wird, machen wir eine erneute Ausschreibung des Verkaufs über die Medien.“

 Engelbertz betont, dass es nicht nur um Geld, sondern auch um die Belange der Stadt Rinteln geht. Aber Geld spielt schon eine Rolle, denn die Stadt Bremen ist bekanntermaßen notorisch knapp bei Kasse. Und die Bieter sind offenbar weit vom geforderten Kaufpreis entfernt, den aber amtliche Gutachter ermittelt haben. Und damit städtische Gremien zustimmen, darf das Objekt nicht verschleudert werden.

 Engelbertz räumt ein, dass auch mit dem Naturschutzbund Deutschland gesprochen wurde. Dessen 2. Landesvorsitzende, Nick Büscher aus Rinteln, bestätigt, dass es eine Ortsbesichtigung des Landesvorsitzenden Holger Buschmann mit Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz gegeben habe. Dabei sei der hohe Modernisierungsbedarf des Schullandheims ins Auge gestoßen. „Wir als Nabu finden die Lage sehr attraktiv, können aber finanziell nicht als Projektträger auftreten.“ In besseren Zustand befindet sich laut Büscher die Jugendherberge, die sich Buschmann und Buchholz ebenfalls angesehen haben. „Beide vereinbarten, dass sich der Nabu Gedanken über ein Nutzungskonzept machen soll. Auf Landesvorstandsebene sind wir dazu noch bei der Ideensammlung, im Herbst oder Winter wollen wir uns wieder an die Stadt Rinteln wenden.“

 Für die Stadt ist die Zukunft des Waldkindergartens auf dem Schullandheimgelände ein Aspekt, das Fehlen billiger Gruppenübernachtungskapazitäten nahe an der Kernstadt der andere. Buchholz hofft, dass es mit Nabu und Landeszuschüssen zu einer Lösung kommen kann, favorisiert dabei bisher die Jugendherberge.

 Der Nabu hat mit seinem Projekt „Umweltpyramide“ in Bremervörde gezeigt, wie eine Jugendherberge neu genutzt werden kann, bei weiterem Anbieten von Übernachtungen. Ein Nabu-Angestellter manage das Haus, das im Besitz der Stadt Bremervörde sei, erklärt Büscher. Und der dortige Landkreis unterstütze das Projekt. In Rinteln hat der Nabu-Ortsverband sein Domizil in der Pestalozzi-Schule, die neuerdings leer steht. Diese würde der Landkreis gern an die Stadt Rinteln verkaufen, der Nabu gern dort drin bleiben. Aber andererseits forciert der Nabu aber derzeit die Einrichtung von biologischen Stationen in Niedersachsen. Die sind größer als Ortsverbandsbüros.

 Der Deutsche Jugendherbergsverband versucht sein Haus in Rinteln zu verkaufen, bisher aber vergeblich. Übernachtungswillige ohne Kenntnis der Schließung werden auf die Hamelner Jugendherberge verwiesen. „Wir haben deshalb viele Anrufe, aber meist von Radfahrern, die auf dem Weser-Radweg Hameln schon hinter sich haben, den Kindern eine Weiterfahrt aber nicht mehr zumutbar erscheint. Die suchen sich dann wohl was Anderes, zu uns kommen sie nicht“, sagt Herbergsleiter Michael Bischof. „Die nächste Jugendherberge ist erst wieder in Porta Westfalica und oft voll belegt“. Bischof: „Die Jugendherbergen an der Weser sind einfach stark frequentiert.“ Der DJH-Landesverband in Hannover teilte gestern aud Anfrage mit: „Es laufen Verhandlungen mit Interessenten für Rinteln, verkauft ist aber noch nicht.“

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