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Lenin und Marx grüßen von der Museumswand

Rinteln Lenin und Marx grüßen von der Museumswand

Ein Stück Berliner Mauer mit Graffiti kündigt vor dem Museum Eulenburg schon die neue Ausstellung an. „DDR: Schlaglichter auf Staat und Alltag“ startet am Dienstag, 28. Oktober, um 18 Uhr.

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Shannice Brandt (links) und Johanna Watermann präsentieren Teile der Ausstellung im Museum – vom „Neuen Deutschland“ bis zum Grenzpfeiler und Uniformen der Grenztruppen der DDR.

Quelle: Tol

Rinteln. Ein Original-Trabant 601 („Trabbi“) soll noch auf den Parkplatz kommen, Karl Marx, Friedrich Engels und Lenin sind schon da – auf einem Wandbild im Erdgeschoss. Wer sich ihnen nähern will, muss erst an einem sowjetischen Soldaten mit Gewehr im Anschlag vorbei.

 „Es ist nicht einfach, die passende Balance hinzubekommen“, erklärt Museumsleiter Stefan Meyer, der mit einem Praktikanten die Ausstellungstücke sortiert und platziert. Sie stammen im Wesentlichen aus der Sammlung von Frank Föste in Bielefeld, ergänzt durch Leihgaben des DDR-Museums in Berlin.

 Im Erdgeschoss geht es um Staat und Politik. Wie entstand die DDR, wie und von wem wurde sie gelenkt? Ein Transparent von 1953 zeigt Protest gegen den ersten Staatschef Walter Ulbricht: „Spitzbart, Bauch und Brille sind nicht des Volkes Wille.“ Damit möglichst niemand aufmuckte, waren jahrzehntelang Erich Mielke und sein Ministerium für Staatssicherheit mit der Bespitzelung der Bürger befasst. Sein Bild und Überwachungsgeräte zeugen davon.

 Im Obergeschoss geht es weiter mit dem Alltag. Zwei Soldaten der DDR-Grenztruppen und ein Grenzpfahl markieren den Übergang. Dahinter sieht es bieder und plüschig aus. Das Sandmännchen Ost ist da, auch Lebensmittel in Originalverpackungen wie Tempo-Bohnen und Interflugpralinen gibt es. In Fotoalben und dem Parteiblatt „Neues Deutschland“ kann man blättern. Auf einem Fernsehschirm werden DDR-Nachrichten und Filme zu sehen sein. Fahnen mit Hammer und Sichel sowie Emblemen der Freien Deutschen Jugend und dem Gewerkschaftsbund hängen an den Wänden. Schon beim Vorabrundgang ist zu merken: Die politischen Systeme in beiden Teilen Deutschlands waren unterschiedlich, die einfachen Menschen selbst dagegen eher nicht.

 25 Jahre nach dem Mauerfall sind die Erinnerungen an den „real existierenden Sozialismus“ verblasst, hier werden sie wieder wach. Die Ausstellung lenkt den Blick auf entscheidende Aspekte von Staat und Gesellschaft in der DDR, von ihrer Gründung im Zeichen Stalins bis zum Untergang 1989/90.

 Ab Anfang Dezember wird die Schau ergänzt durch die Wanderausstellung „Zeitsprung“ mit Aufnahmen des Fotografen Thomas Hoepker. Diese sind Leihgabe des Hauses der Geschichte in Bonn und zeigen großformatige Szenen aus dem DDR-Leben. tol

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