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Letzte Chance – sonst Gefängnis

Erfolg mit Berufung Letzte Chance – sonst Gefängnis

Nach dem brutalen Angriff auf einen Asylbewerber muss ein 26-jähriger Rintelner doch nicht ins Gefängnis: Der Mann hatte nun mit seiner Berufung Erfolg und erhielt vor dem Bückeburger Landgericht eine angestrebte Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung.

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Quelle: Symbolfoto

Rinteln/Bückeburg. In erster Instanz verhängte das Rintelner Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung neun Monate Haft gegen den Angeklagten, der seinem Opfer zunächst Pfefferspray in die Augen gesprüht und den am Boden liegenden 22-Jährigen heftig getreten hatte. Als Bewährungsauflage muss der Mann unter anderem an einem sozialen Trainingskurs teilnehmen, um besser mit seinen Aggressionen umzugehen.

Denn für den 26-Jährigen war es bereits die vierte Verurteilung wegen eines Körperverletzungsdelikts. „Das hier ist Ihre letzte Chance, das Gefängnis zu verhindern“, verdeutlichte Dr. Thorsten Garbe, Vorsitzender Richter der Berufungskammer. Und er fügte hinzu: „Das war herbe, was Sie gemacht haben.“

Der Fall: An einem Abend im Mai 2013 saß der Angeklagte mit zwei Bekannten auf einer Bank im Schlingpark und trank Bier. Auf einer Nachbarbank hatte der Asylbewerber Platz genommen, der in Rinteln einen Freund besuchen wollte.

Die drei Männer nebenan diskutierten über eine grausame Tat, die sich kurz zuvor in London ereignet hatte: Dort war ein britischer Soldat von zwei radikalen Moslems auf offener Straße mit einem Fleischerbeil ermordet worden.

Der Asylbewerber wurde gefragt, ob er auch Moslem sei. Er bejahte, woraufhin der Rintelner gesagt haben soll: „Dein Allah ist scheiße, den kann man fi…“ Dann zückte der Angeklagte eine Dose Pfefferspray und sprühte dem Opfer in die Augen. Der 22-Jährige ging zu Boden und musste auch noch Tritte einstecken. Erst als mehrere Leute hinzukamen, ließ er ab und flüchtete mit einem Fahrrad.

Das Opfer litt nach dem Vorfall unter heftigem Brennen in den Augen, wurde in zwei Krankenhäusern behandelt. Glücklicherweise trug der junge Mann keine bleibenden Schäden davon. Im Gegensatz zur Verhandlung in erster Instanz gestand der Rintelner nun seine Tat ein. Der von Rechtsanwalt Gunter Mücke verteidigte Mann lebt inzwischen in gefestigten Familienverhältnissen.

„Ich möchte nie wieder solche Räume betreten“, äußerte er in seinem Schlusswort und meinte damit offenbar den Gerichtssaal. 2008, 2010 und 2012 war er drei Mal jeweils wegen Körperverletzung zu Geldstrafen verurteilt worden.

Im letzten Fall hatte der betrunkene Angeklagte (2,6 Promille) im Bahnhof Völksen einen Mann attackiert. Beide fielen ins Gleisbett, es kam zum Gerangel. Das Opfer konnte zunächst fliehen, der Angreifer lief hinterher und trat ihm in den Rücken. Dabei zog sich der Mann unter anderem zwei Rippenbrüche zu und war sechs Wochen krankgeschrieben. maf

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