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Liebenswerte ostfriesische Sturköppe

Krimi-Lesung mit Klaus-Peter Wolf in Rinteln Liebenswerte ostfriesische Sturköppe

Dass er mit seinen Ostfriesen-Krimis mal so bekannt werden wird, damit hat Klaus-Peter Wolf nicht gerechnet. „Mein Verleger wollte erst gar nicht anbeißen, als ich ihm mit der Idee kam, ein großes Gesellschaftsporträt anhand von Kriminalgeschichten, die in Ostfriesland spielen, zu verfassen“, blickt Wolf bei seiner Lesung in Rintelns „Bücherparadies“ zurück.

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Sabine Struckmeier lässt sich vom Krimi-Autor Klaus-Peter Wolf ein Buch signieren.

Quelle: cm

Rinteln. „‚Junge‘ hat der gesagt – er sagt immer Junge zu mir, ist zwei Jahre älter als ich, hat wohl väterliche Gefühle – ‚Das liest doch keiner.‘“ Da lag der Verleger aber falsch. Wolfs Krimis schaffen es mittlerweile regelmäßig in die Spiegel-Bestsellerliste, und auch in der ausverkauften Lesung an der Weserstraße saßen jede Menge Fans.

 Eine Besonderheit in Wolfs Geschichten sorgt mittlerweile sogar für einen gewissen Krimi-Tourismus im ostfriesischen Norden. Denn die Orte, an denen seine Romanhelden agieren, gibt es wirklich. „Als ich meiner Frau erzählte, dass meine Kommissarin in unserem Haus im Distelkamp wohnen würde, hat sie mich für verrückt erklärt. ‚Willst du, dass Busladungen von Touristen hier vorfahren?‘, hat sie mich gefragt. Da wusste ich, sie glaubt an meinen Erfolg“, sagt der Autor schmunzelnd.

 Ein Kompromiss wurde gefunden. Zumindest die Hausnummer in den Büchern ist erfunden. Nummer 13 gibt es im Distelkamp nicht. Busse wurden bisher auch nicht gesichtet. Die Fans fahren eher mit dem Fahrrad vor. Auch manche Figuren der Ostfriesenreihe gibt es in Wirklichkeit. So wurde etwa Wolfs Nachbar Peter Grendel mit seinem gelben Firmenbus durch die Bücher bekannt. „Nachdem ihn anfangs kreischende Fans noch in Schrecken versetzten, hat Peter heute schon viel von der Queen gelernt“, spottet Wolf gutmütig.

 Der Charme von Wolfs Romanen liegt in seinen Charakteren. Da werden liebenswerte ostfriesische Sturköppe vorgestellt. Jeder darf seine Eigenarten haben, Hauptsache er hat das Herz am rechten Fleck. Kämpfen müssen diese „Guten“ gegen Verbrechen, aber auch gegen unmenschliche Strukturen, gegen Opportunismus oder selbstherrlich handelnde Mächtige. Diese klare Grenze zwischen Gut und Böse erinnert zum Teil an Kindergeschichten. Das liegt gar nicht so fern, denn Wolf hat in seinem Leben vor allem Bücher für Kinder verfasst. Im Bereich der Erwachsenenliteratur erscheinen seine Charaktere ein bisschen naiv. Kann es solche Menschen geben?

 Verblüffenderweise sind es Wolfs eigener Charakter, seine Lebendigkeit, der Humor, die Freude, die ihm seine Arbeit wohl macht, und sein Mut, nach der eigenen Facon glücklich zu werden, der die Zuhörer ins Grübeln bringt. Vielleicht gibt es sie ja doch, diese besonders menschlichen Exemplare, die Wolfs Krimiwelt bevölkern. cm

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