Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Livemusik satt – wen stört Gedränge?

Rinteln / Kneipennacht Livemusik satt – wen stört Gedränge?

Fröhliche Stimmen in allen Gassen, gut gelaunte Menschen überall, Musik, die auf die Straßen dringt und der man sofort anhört: Das ist Livemusik. Zum dritten Mal feierte Rinteln die „Lange Kneipennacht“ – mit Bands, die sich richtig ins Zeug legten, und Gästen, die keine Scheu zeigten, sich ins dichte Gedrängel zu stürzen, um mittendrin dabei zu sein.

Voriger Artikel
Jugendkriminalität stark zurückgegangen
Nächster Artikel
Ein Ringer, ein Sprung, eine Beckenprellung

Dicht an dicht stehen die Gäste der Kneipennacht im „Leib und Seele“, in der die Band „Rockkantine“ einheizt.

Quelle: tol

Rinteln (cok).   Richtig glücklich wirkte Veranstalter Uwe John, der unermüdlich immer wieder die zehn teilnehmenden Gastronomien aufsuchte und feststellen konnte, dass überall ein buntes Treiben herrschte und es keine Lokalität gab, in der das Konzept nicht richtig aufgegangen wäre. „Wir haben viel Vorarbeit geleistet und mit jedem einzelnen Inhaber abgesprochen, welche Art Musik am besten zu seinem Lokal passen würde“, meinte er. Damit die beliebte „Rio“-Partyband im Rathaussaal des „Stadtkaters“ aufspielen konnte, hatte der Kneipennacht-Termin zunächst sogar verschoben werden müssen. Umso mehr sollte nun alles reibungslos und zur Zufriedenheit der teilnehmenden Kneipen ablaufen.

 Gerade steht Uwe John vor dem „Gusti & Sapori“, wo der Andrang so groß ist, dass erst mal keine weiteren Gäste mehr eingelassen werden. Wirt Donato Salonna hatte im Vorfeld befürchtet, das lateinamerikanische Musikensemble „Rumbambé“ könne vielleicht nicht zum Stil seines italienischen Restaurants passen – und nun singen und tanzen die Leute und lassen sich mitreißen von Rumba, Mambo und Salsa-Klängen, bei denen nicht interessiert, ob italienische oder südamerikanische Rhythmen, sondern nur, dass die Musik sofort ins Blut geht.

 Noch aufgedrehter geht es zu im nahen Stadtkater, wo „Rio“-Bandleader Giovanni Passarotto und seine Kollegen mit ihrem Pop-Oldie-Programm und natürlich dem „Stern, der deinen Namen trägt“ eine perfekte Diskostimmung hervorzaubern. Hier treffen sich überwiegend die Rintelner mittleren Alters, die endlich mal wieder richtig abtanzen können, zu Songs, die die meisten auswendig kennen, und in einer so gelösten Atmosphäre, dass viele einfach die ganze Nacht an diesem einem Ort verbleiben, zumal es nicht nur einen Hartinger-Bierausschank gibt, sondern ebenso die bewährten Cocktails aus der „Bodega“ – eine schöne Zusammenarbeit von „Stadtkater“ und „Bodega“-Restaurant.

 Wer härtere Töne hören will, zieht aber doch weiter und hat eine große Auswahl an ausgezeichneten Rockbands, die mit ihren Klassikern auch unzählige junge Leute anziehen. Allen voran ist da „Opa kommt…“, alte Rocker, die mit Leidenschaft nur Songs spielen, die ebenfalls mindestens 40 Jahre auf dem Buckel haben. Zum ersten Mal nimmt die „Eventkneipe Apanasch“ teil und erweist sich als geeigneter Ort, um zahllose Gäste aufzunehmen, die Sitz- und Stehplätze finden und sogar noch ein bisschen Raum zum Tanzen. Kneipen wie die „Trennbar“, das „Bierhaus 100“ und der Bierkeller „Altstadt Brudy“ müssen den Zuhörern ihrer Rockgruppen engstes Gedränge zumuten, was aber niemanden zu verdrießen scheint, angesichts der Hingabe mit der „Willy und Joe“, das Duo „Take Two“ und die drei Musiker von „Supernova“ abrocken.

 Wie bereits im vergangenen Jahr beherrscht auch diesmal wieder die „Rockkantine“ das „Leib und Seele“ in der Mühlenstraße, als Gegenstück zur Party im Rathaussaal, harter Rock, wildes Ausflippen auf der Bühne, Tanz und Gesang auch im Publikum. Im „Mosquito“ ziehen „Kluwe und Kluwe“ ihre berühmt-berüchtigte Show ab, bei der natürlich AC/DC nicht fehlen darf; in der „Marktwirtschaft“ entsteht eine ganz besondere Stimmung mit dem Folkrock-Duo „Pangea“ – und last, but not least: die kuriose Band „Real Spirit“, deren Leadsänger gleichzeitig am Schlagzeug steht und den Gästen mit eigenwillig interpretierten „Tops of the Pop“ einheizt.  Bis spät in die Nacht dauert die Stadt-Party an, und doch hat die Polizei nur bei zwei kleineren Zwischenfällen etwas zu tun. Lediglich zwei junge Leute schlagen über die Strenge und müssen die restliche Nacht in der Ausnüchterungszelle verbringen.

 Veranstalter Uwe John will die „Lange Kneipennacht“ unbedingt auch im nächsten Jahr wieder organisieren und hofft, dass auch diejenigen Kneipen, die in diesem Jahr eigene Wege gingen, dann erneut dabei sein werden. Außerdem steht er im Gespräch mit dem Restaurant „Doktorsee-Terrassen“, das erwägt, sich beim nächsten Mal durch den Shuttle-Service in die Kneipennacht zu integrieren.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr