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Lkw auf Rastplatz angegangen

Angeklagter freigesprochen Lkw auf Rastplatz angegangen

Ein Fall von sogenanntem Planenschlitzen bleibt ungesühnt, denn: Richter Christian Rost sprach am Amtsgericht Rinteln einen 40 Jahre alten Mann vom Vorwurf des versuchten schweren Diebstahls frei. Der Pole soll auf dem Rastplatz Papenbrink an der A2 die Plane eines Lastwagen-Aufliegers aufgeschlitzt haben.

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Quelle: SYMBOLFOTO (DPA)

RINTELN. Der Pole war angeklagt worden, auf dem Rastplatz Papenbrink an der A2 die Plane eines Lastwagen-Aufliegers aufgeschlitzt zu haben, um Teile von dessen Ladung zu stehlen. „Wir können nicht sicher sagen, dass er die Person gewesen ist, die am Lkw dran war“, begründete Rost seine Entscheidung und folgte damit dem Antrag der Verteidigung.

Zu einer anderen Einschätzung kam Staatsanwalt Ulf Kranitz: Er forderte eine Verurteilung des Angeklagten, der in seiner Heimat als Schlosser und Mechaniker tätig ist. Kranitz beantragte eine Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro, rund vier Monatseinkommen für den 40-Jährigen.

Der Unbekannte flüchtete

Der Fall: An einem Februarabend des Jahres 2016 stellte ein Lastwagenfahrer seinen Sattelzug gegen 18 Uhr auf dem Rastplatz an der Autobahn ab. Um 20 Uhr ging er noch einmal um das Fahrzeug herum, eine Stunde später legte er sich schlafen. Kurz nach Mitternacht fuhr dann eine Polizeistreife auf den mit Lastwagen voll belegten Rastplatz. Ein Beamter sah in der Dunkelheit eine Person, die sich zwischen zwei Sattelzügen aufhielt und eine Plane manipulierte. Der Polizist sprang aus dem Auto, der Unbekannte flüchtete.

Etwa zehn Meter vom Lkw entfernt entdeckte der Beamte anschließend einen Transporter mit Anhänger, auf dessen Ladefläche sich ein Audi befand. Auf dem Beifahrersitz des Transporters, dessen Schlüssel steckte, saß der Angeklagte. Er stellte sich schlafend, was den Ordnungshüter irritierte. Denn auf der Rücksitzbank war eine Schlaffläche vorbereitet, die der Pole nicht nutzte.

Die Hände des Angeklagten waren feucht von Diesel

Im später beschlagnahmten Transporter wurden zahlreiche Werkzeuge, zwei Reisetaschen und fünf Paar Schuhe gefunden – erhebliche Indizien, dass noch eine zweite Person mitgefahren ist. Zudem fanden die Ermittler im Auto ein Notebook, das in Bayern gestohlen worden war. Die Hände des Angeklagten waren feucht von Diesel, auch seine Kleidung roch danach. Später entdeckten die Beamten einen Hohlraum unter dem Transporter, der mit einer Holzplatte fest verschraubt war. In dieser Mulde lagen vier leere Benzinkanister, auch ein Bolzenschneider und ein etwa zwei Meter langer Schlauch konnten sichergestellt werden.

In der Zwischenzeit wurde der Lkw-Fahrer von den Beamten geweckt, dessen Fahrzeug in der Nacht angegangen worden war. Im hinteren Bereich des Aufliegers entdeckten die Männer einen 15 mal 15 Zentimeter großen Schnitt in der Plane.

Mögliches Diebesgut gab es jedoch nicht: Der Wagen war unbeladen. Allerdings bemerkte der Lkw-Fahrer, dass sein Tankschloss beschädigt war und ihm rund 150 Liter Diesel fehlten. maf

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