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Locken „Piraten“ Lastkraftwagen in die Irre?

Unfälle rund um Rinteln Locken „Piraten“ Lastkraftwagen in die Irre?

Auf ein Navigationsgerät sollte man sich nicht blind verlassen. Das haben allein die Unfälle der vergangenen Wochen gezeigt. In kürzester Zeit mussten im Raum Rinteln vier LKW mit großem Aufwand geborgen werden. Dass sich gerade hier die Fälle häufen, könnte auch einen kriminellen Hintergrund haben.

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Tankbetrug gibt Rätsel auf

Bergungsspezialisten ziehen mit der Seilwinde eines Bergungsschleppers Ende Januar bei Goldbeck einen polnischen 40-Tonner aus dem tiefen Morast. Der Brummi-Kapitän ist seinem Navi gefolgt und hat sich in der Feldmark festgefahren.

Quelle: leo

Rinteln. Die Lkw-Fahrer hatten ihrem Navi vertraut, waren auf schmale Feldwege abgebogen und im aufgeweichten Erdreich versunken.

Für René Langejürgen, Inhaber des Rintelner Abschleppunternehmens Ratz, sind derartige Fälle keine Seltenheit. Der Bergungsexperte ist allein im Januar zu vier Bergungen ausgerückt, bei denen er den Brummi-Fahrern aus dem Schlamassel helfen musste. Aber warum verirren sich immer wieder Fahrer mit ihren großen Lastwagen? Fachleute des Auto-Clubs Europa (ACE) haben eine interessante Theorie: „Da sich bei Rinteln die Fälle häufen, liegt die Vermutung nahe, dass die Navis von einem Piratensender manipuliert wurden“, sagt ACE-Sprecherin Anja Smetanin. Das sollte zur Anzeige gebracht werden. Hintergrund seien sogenannte Fakemeldungen, erklärt Smetanin. Es sei nämlich technisch möglich, dass unbefugte Dritte Einfluss auf ein Navigationsgerät nehmen.

Absichtliche Fehlinformationen?

Es gibt aber auch noch eine viel einfachere Möglichkeit der Manipulation – über Funk: „Viele Lkw-Fahrer nutzen bestimmte Frequenzen im CB-Funk, um sich über Verkehrsbehinderungen und Gefahren auszutauschen. Es gibt Berichte darüber, dass Unbekannte in der Vergangenheit mit ‚Piratensendern‘ absichtlich Fehlinformationen übermittelt haben, um Lkw-Fahrer damit auf die falsche Fährte zu locken.“ Diese illegalen Sender hätten allerdings nur eine geringe Reichweite von circa einem Kilometer. „Einen Schutz davor gibt es nicht. Dies könnte der Grund für die Fehlleitung in Schaumburg sein“, sagt die ACE-Sprecherin.

Auch Axel Bergmann, Sprecher der Polizei in Schaumburg, appelliert an die Lkw-Fahrer, sich „nicht blind auf die Navis zu verlassen“. leo

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