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Luther – und kein Ende

„Lange Nacht der Kirchen“ Luther – und kein Ende

Die „Lange Nacht der Kirchen“ am nächsten Sonnabend, 19. August, wird ein großes, Stadt und Dörfer umfassendes Fest sein.

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Mit gelbem Mond vor blauem Himmel: Dieses Großtransparent wirbt unübersehbar für „Die lange Nacht der Kirchen“.

Quelle: tol

RINTELN. Alle sieben christlichen Kirchengemeinden Rintelns machen mit, auch Exten und Krankenhagen. Sie laden von 19 Uhr bis Mitternacht in und vor ihren Kirchen ein zu Essen und Trinken, zu Musik und Theater, zu kleinen Vorträgen rund um spannende Konflikte und Persönlichkeiten der Reformation und insgesamt zu einer Nacht der Begegnungen, bei der alle möglichst viel Spaß haben sollen.

Ein besonderer Service besteht im kostenlosen Fahrdienst, der in regelmäßigen Abständen zum Johannis-Kirchzentrum sowie nach Exten und nach Krankenhagen fährt.

Die ausführlichen Programme mit den jeweiligen Anfangszeiten der einzelnen Angebote liegen unter anderem in den teilnehmenden Kirchen aus, aber auch in der Tourist-Info sowie in Sparkasse und Volksbank.

"Die Sau ist gebraten, das Lutherbier gekühlt"

Am Johannis-Kirchzentrum eröffnet ab 19 Uhr ein Mittelalter-Markt mit Marktständen, Musik der Gruppe „Löwenherz“ und zünftig verkleideten Akteuren, darunter Martin Luther, wie er sich heftig mit Johann Tetzel streitet, der seine Ablassbriefe unter die Leute bringen will. „Die Sau ist gebraten, das Lutherbier gekühlt“, verspricht Pastor Dirk Gniesmer, denn die Nacht voller Gospelmusik und Infos darüber, wie Luther vor 500 Jahren seine Thesen zur Reformation der Kirche verkündigte, soll auch von fröhlichem Sinnesgenuss geprägt sein. Ab 17.30 Uhr beginnt bereits ein Kinderprogramm mit Marionettentheater, Leder-Basteln, Stockbrot-Rösten und einem Schokobrunnen.

Zwei Streithähne auf der Bühne

Die Erlöserkirche in Krankenhagen serviert nicht nur eine kräftige Suppe, sie hat auch Schüler des Ernestinums engagiert, damit sie im Theaterspiel vorführen, wie sich Luther damals mit dem Schweizer Reformator Zwingli in die Haare bekommen hat. Eine Band rund um Pastor Michael Hensel macht flotte Musik, ein anrührender Film wird gezeigt, und auch das Lutherbier fehlt nicht.

Zeitreise in die Reformation

In Exten kann man sich auf eine Zeitreise in die Lutherzeit begeben, mit einem filmischen Comic rund um Luthers Lebensstationen, mit Musik auf historischen Instrumenten und Texten, die die Spannungen der Reformationszeit vor Augen führen. Im Kirchgarten werden Snacks und Cocktails kredenzt. Über eine kluge, weitherzige Frau:

Die Nikolaikirche stellt eine streitbare Frauenpersönlichkeit in den Mittelpunkt des Abends, Katharina Zell, Tochter eines Schreiners, die es wagte, gleich in den ersten Jahren der Reformation an den heftigen theologischen Auseinandersetzungen öffentlich teilzunehmen. Diese kluge und weitherzige Frau liebte auch die Musik. So wird in der Nikolaikirche nicht nur aus ihrem Leben erzählt, sondern auch gesungen, Orgel gespielt und keineswegs an Speis und Trank gespart.

Älteste Bibel aus Rinteln gesucht

In der baptistischen Christuskirche am Rintelner Blumenwall dreht sich alles um den Begründer der Täuferkirchen, Balthasar Hubmaier, der sich schon früh für die Religionsfreiheit aussprach und wollte, dass die Menschen die Bibel selbst lesen dürfen. Deshalb können die Gäste dort ausprobieren, wie man damals Papier herstellte und Bücher druckte. Schüler des Gymnasiums Ernestinum spielen Theater. Eine Bibelausstellung ergänzt das Programm, wobei um 22 Uhr derjenige prämiert wird, der die älteste Rintelner Bibel vorlegt.

Ein leidenschaftlicher Katholik stellt sich vor

St. Sturmius widmet sich gewagt dem Gegenreformator Ignatius von Loyola, der als Begründer des Jesuitenordens gilt. Kleine Vorträge zeigen, dass dieser leidenschaftliche Katholik erstaunlich viel Verwandtschaft zu Luther zeigte. Dazwischen wird gesungen, diskutiert, und auch hier gibt es zu essen und zu trinken.

Kulinarisches Fest mit Reformator

In der reformierten Jakobikirche am Kollegienplatz ehrt man den in Frankreich geborenen Kirchengründer Johannes Calvin auch damit, dass im Kirchhof ein „französischer Abend“ mit Wein und Imbissen gefeiert wird. Pastor Heiko Buitkamp erzählt, warum Lutheraner und „Reformierte“, also die Calvinisten, auf jeweils eigenen Kirchen bestanden. Karl Appel tritt als Calvin auf, das Streichorchester vom Gymnasium Ernestinum macht Musik, und außerdem ist in der Kirche eine Ausstellung zur Reformation zu sehen. cok

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