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Pflegebedürftige im Visier von Betrügern

Männer geben sich als Mitarbeiter aus Pflegebedürftige im Visier von Betrügern

Was für eine miese Masche: Eine Betrügerbande versucht derzeit gezielt, hilflose, pflegebedürftige Menschen ausfindig zu machen. Sie verfolgte nach Erkenntnissen der Polizei die Dienstautos von Pflegedienstmitarbeitern, um ihre Opfer zu identifizieren.

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Quelle: pr.

Rinteln. Erst gestern klingelten kurz nach der Mitarbeiterin des Pflegedienstes zwei „ausländisch aussehende“ Männer bei einer Kundin der Sozialstation Rinteln. Pflegedienstleiterin Anke Duensing berichtet, dass die Seniorin absolut richtig gehandelt habe. „Sie hat sofort die Türe geschlossen und bei uns angerufen.“

Die Sozialstation benachrichtigte die Polizei, die die Verdächtigen aber nicht festnehmen konnte. „Das ist bisher der erste Fall, von dem wir unterrichtet wurden“, berichtet Stuchlik.

Doch für Kriminelle hält er die Vorgehensweise für nachvollziehbar: „Sie schauen natürlich, wo werden Leute gepflegt. Die Autos sind ja meist markiert. Und dann wartet man, bis sie weg sind, und gibt sich als Mitarbeiter aus.“ Gerade wenn ältere Menschen das Ziel von Betrügern sind, versuche man zunächst, einen Vertrauensbonus auszunutzen. „Man gibt sich auch gerne als Handwerker aus“, weiß Stuchlik.

"Das ist so eine miese Nummer"

Duensing hat auch Sorge um ihre dementen Patienten, die durchaus auch zuhause gepflegt werden. „Die können vielleicht nicht so gut reagieren wie die jetzt betroffene Kundin.“ Deswegen hat der Pflegedienst noch am gleichen Tag einen Informationsbrief aufgesetzt, um Kunden vorzuwarnen. Auch die Mitarbeiter wurden noch einmal darauf hingewiesen. „Das ist so eine miese Nummer“, sagt Duensing ärgerlich, „es wird auf die Schwächsten gezielt.“

Auch im betreuten Wohnen an der Schulstraße würden Betrüger immer wieder versuchen, sich unter fadenscheinigen Begründungen Zutritt zu verschaffen. Sie erklären beispielsweise, sie kämen „von der Kirche“ oder bringen Plastikblumen. Und wenn sich eine Bewohnerin dann nach unten locken lasse, werde sie in ein Gespräch verwickelt, während ein Komplize bereits oben die Wohnung nach Wertsachen durchsucht.

"Wir sind den Kunden bekannt"

Duensing appelliert: „Wir sind den Kunden bekannt, und wenn neue Mitarbeiter eingestellt werden, werden sie von den bekannten Mitarbeitern zunächst vorgestellt“, betont Duensing.

„Wir schicken nicht unangekündigt Unbekannte.“ Sie ruft auf, sich bei jeder Unsicherheit sofort bei der Sozialstation oder bei der Polizei zu melden. „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“, ist das Credo, das Betrügern das Leben schwer mache.  jak

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