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Mann missbraucht Siebenjährige

Acht Monate auf Bewährung Mann missbraucht Siebenjährige

Der Angeklagte ist kaum zu verstehen, so leise spricht er. Mehrfach bittet Richter Norbert Kütemeyer den 25-Jährigen, etwas lauter zu reden. Als Kütemeyer die recht geräuschvolle Klimaanlage im Saal abstellen lässt, wird es auch nicht viel besser.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Rinteln/Bückeburg. Falls der Mann auf der Anklagebank sich schämt, wäre das nachvollziehbar. Es ist wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt. „Ich habe kein Interesse an Kindern“, versichert er und lacht unbeholfen. Es mag sein, dass der 25-Jährige sich eher zu erwachsenen Frauen hingezogen fühlt. In dem Fall aus Rinteln, um den es vor dem Bückeburger Landgericht geht, hat er sich jedoch an der erst sieben Jahre alten Schwester seiner damaligen Freundin vergangen.

Am Ende verhängt die 1. Große Jugendkammer eine Freiheitsstrafe von acht Monaten, setzt deren Vollstreckung aber zur Bewährung aus. Nach Überzeugung des Gerichtes hat der Mann das Kind mehrfach auf den Mund geküsst sowie erst am Bauch und später auch im Intimbereich gestreichelt.

„Wir halten den Angeklagten nicht für pädophil“, erklärt Kütemeyer, der Vorsitzende der Kammer. Auch sei er kein Wiederholungstäter. Vorbestraft ist der 25-Jährige bisher lediglich wegen Unfallflucht. Verbunden ist die Entscheidung mit mehreren Auflagen. So muss der Verurteilte unter anderem 120 Stunden gemeinnützig arbeiten.

Vernehmung vor laufender Kamera

Das Mädchen ist bereits im Vorfeld der Verhandlung von einer Richterin vor laufender Kamera vernommen worden. So bleibt dem Kind eine Vernehmung im Gerichtssaal erspart, bei der neun fremde Menschen zuhören würden. Das kann sehr belastend sein. In der Sitzung wird das Video dann vorgespielt.

Außerdem hat das Gericht ein Gutachten zur Glaubwürdigkeit der Schülerin in Auftrag gegeben. In der Expertise kommt eine Sachverständige zu dem Schluss, dass das Kind die Wahrheit sagt. Die Siebenjährige hatte zunächst ihrer Mutter von dem sexuellen Übergriff erzählt.

Am Neujahrstag waren der Mann und seine Freundin von einer Silvesterfeier in Berlin nach Rinteln zurückgekehrt. In der Wohnung, wo die Familie der Frau lebte, darunter auch das Kind, erholte man sich von der anstrengenden Nacht. Beim Ausruhen auf dem Sofa war die Siebenjährige recht zutraulich. Dieses Vertrauen nutzte der erwachsene Mann aus.

"So doll angefasst, dass es wehtat"

Wenn es zu einer Berührung zwischen den Beinen gekommen sei, dann „nicht aus Absicht“, betont der Angeklagte vor Gericht. Das Mädchen hatte dagegen sinngemäß ausgesagt: „Er hat mich so doll angefasst, dass es wehtat.“ Vergewaltigt hat der Mann das Opfer nicht.

Auf sexuellen Missbrauch von Kindern (unter 14) stehen Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Haft. Wenn der sexuelle Übergriff mit einem Eindringen in den Körper verbunden ist, erhöht sich die Mindeststrafe auf zwei Jahre. ly

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