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„Mehr Heroin geschenkt als verkauft“

Rinteln / Drogenprozess „Mehr Heroin geschenkt als verkauft“

Ein Drogenprozess um den mehrfachen Erwerb von Heroin ist für einen Rintelner (48) nun glimpflich ausgegangen: Das Amtsgericht stellte das Verfahren gegen den strafrechtlich bislang nicht aufgefallenen Mann wegen geringer Schuld ein.

Rinteln. Ihm wurde angelastet, Ende 2011 innerhalb von vier Wochen fast jeden zweiten Tag 0,3 Gramm Heroin von einem Dealer (30) erworben zu haben.

 Vor Gericht leugnete der arbeitslose Angeklagte den Tatvorwurf. Eigenen Angaben zufolge kennt er zwar den Dealer, weil er dem heute 30-Jährigen bei einem Umzug geholfen hatte und beide Substitutionspatienten bei demselben Arzt waren. Er will aber kein Heroin von ihm erworben haben.

 Auch der jetzt als Zeuge geladene Dealer blieb bei seiner Aussage sehr vage. Nach vier Beschaffungsfahrten ins niederländische Rotterdam wanderte der 30-Jährige Anfang 2012 in Untersuchungshaft. Er hatte in Holland zwischen 20 und 80 Gramm Heroin erworben und den Stoff später zum Teil in Deutschland verkauft.

 In der Untersuchungshaft machte der später zu einer Bewährungsstrafe verurteilte Dealer dann Angaben zu seinen Abnehmern und belastete dabei auch den nun Angeklagten. „Ich habe ihm mehr was geschenkt als verkauft“, relativierte der Zeuge. Vielleicht habe er auch mal einen Zehner genommen, fügte der 30-Jährige hinzu. Auch die Häufigkeit der Heroinabgabe korrigierte er nach unten.

 Weil die Taten schon lange zurückliegen, das Heroin zum Eigenkonsum bestimmt war und der Arbeitslose keine Vorstrafen hat, stellte Richter Christian Rost das Verfahren schließlich mit Zustimmung von Staatsanwalt Timo Goldmann ein. maf

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