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Mehr als 1000 Kinderpornos gespeichert?

Prozessauftakt Mehr als 1000 Kinderpornos gespeichert?

„Ich habe noch nie im Leben gechattet“, hat ein 58-Jähriger zum Prozessauftakt vor dem Amtsgericht gesagt. Zugleich bestritt der Rintelner den gegen ihn erhobenen Vorwurf des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Schriften. Etwa 1100 derartige Bilddateien sollen in seinem Besitz gewesen sein.

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„Je oller, je doller“
Quelle: Symbolfoto (dpa)

Rinteln. Bei einer Durchsuchung im Februar 2014 wurden diese gefunden und sichergestellt, gab Staatsanwalt Timo Goldmann wieder. Gemäß der Anklage hatte sich der Mann über seinen Internetzugang im Chat-Bereich und in Newsgroups sowie Tauschbörsen diverse Bilddateien von anderen übermitteln lassen oder diese heruntergeladen. Unter anderem soll darauf der sexuelle Missbrauch von Mädchen und Jungen unter 14 und unter 18 Jahren zu sehen sein.

Gechattet habe er noch nie

„Ich bin Mechaniker. Mir kam es auf die Hardware an“, äußerte der Angeklagte am ersten von insgesamt drei angesetzten Verhandlungstagen. Sinngemäß hatte er demnach gebrauchte Computer und Datenträger über eBay erworben, ohne zu wissen, was sich darauf befindet. Es habe ihm Spaß gemacht, damit zu arbeiten, gechattet habe er noch nie. „Er hat sich in solchen Bereichen des Internets nicht aufgehalten“, resümierte sein Verteidiger Roland Schulz zur Einlassung seines Mandanten.

Einen ganz anderen Sachverhalt schilderte seine inzwischen getrennt von ihm lebende Ehefrau. Sie gab an, wiederholt pornografische Bilder von Mädchen und Jungen bei ihm gesehen und auch entsprechende Sticks gefunden zu haben. „Das war schrecklich, so ekelhaft“, sagte die Frau vor Gericht.

Einen USB-Stick hatte er gemäß ihrer Einlassung auf einen Schrank gelegt. Diesen steckte sie dann ein und übergab ihn ihrer Anwältin. Natürlich, so die Zeugin, habe sie ihren Ehemann auf die Bilder angesprochen. Immer wieder soll er sich aber rausgeredet oder verharmlost haben. Schließlich ging die Frau, die mit dem Mann ein gemeinsames Kind hat, ins Frauenhaus. Inzwischen lebt sie an einem anderen Ort.

Nach der Durchsuchung sichtete ein Beamter die sichergestellten Speichermedien und wertete diese aus. Nach einer früheren Aussage benötigte der Fachmann dafür rund vier Wochen. Von 20 000 Bildern stufte er ungefähr fünf Prozent als Kinder- und Jugendpornografie ein. Auf einigen Datenträgern fand der Polizist aber auch Vermischtes: Unter anderem frühere Gehaltsabrechnungen des Angeklagten und Hochzeitsfotos. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.  maf

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