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Mehr barrierefreie Wohnungen – aber bitte bezahlbar

Rinteln / Behindertenbeirat Mehr barrierefreie Wohnungen – aber bitte bezahlbar

Der Behindertenbeirat der Stadt Rinteln hat den für den Stadtrat kandidierenden Parteien und Gruppen Fragen vorgelegt, die Bedürfnisse und Probleme von Menschen mit Einschränkungen aufzeigen. SPD, CDU, Grüne, WGS, FDP und Linke haben geantwortet.

Rinteln (dil). Alle zeigen Verständnis, wenn es um mehr bezahlbare, familiengerechte ud barrierefreie Wohnungen geht. Die vom Beirat geforderte längere Straßenbeleuchtung wird jedoch zum Teil abgelehnt. Die Linke will den Behindertenbeirat generell unterstützen, antwortete aber nicht im Einzelnen.

Barrierefreies Wohnen
Die SPD antwortet, dass die GVS bei der Altbausubstanz wenig machen könne, Fahrstühle seien zu teuer. Lösungen sollten durch Auflagen bei Neubauten gefunden werden. Das Sparkassenprojekt an der Ostertorstraße könne sicher ein Anfang sein. Auch bei der Überplanung des Alten Hafens gebe es Möglichkeiten zu Realisierung über die GVS.

Die CDU regt an, sich mit der GVS in Verbindung zu setuzen, um zunächst einmal zu prüfen, welche Liegenschaften für barrierefreie Wohnungen attraktiv sein könnten. Sodann könnten bei konkretem Bedarf weitere Maßnahmen mit der GVS abgestimmt werden.

Die Grünen meinen, die GVS solle bei anstehenden Renovierungen und Umbauten verstärkt darauf achten, dass Barrierefreiheit hergestellt wird. Der Bedarf nehme angesichts älter werdender Bevölkerung zu. Darauf müssten Wohnungsbauförderungsmittel von Bund und Land stärker ausgerichtet werden.
Die WGS antwortet, dass bei Modernisierungen städtischer Gebäude – ob private Wohnungen der GVS oder Verwaltungsgebäude – diese ausnahmslos barrierefrei erfolgen sollen. Die FDP will das Anliegen generell unterstützen, sich aber erst einmal bei der Stadt erkundigen, welche der vorhandenen Immobilien für eine solche Umgestaltung in Frage kommen.

Straßenbeleuchtung
Die FDP rät zu „Lichtanforderung über das Handy und anderen innovativen Lösungen“. Die WGS ist gegen ein nächtliches Abschalten der Straßenbeleuchtung, will sich für eine Modernisierung der Straßenbeleuchtung mit Helligkeitsabsenkungen einsetzen. Das nächtliche Durchbrennen der Lampen sei „klares Ziel“ der WGS.
Die Grünen betonen, dass die jetzige Lösung der Stadt 12 000 Euro jährlich und 180 Tonnen CO2-Ausstoß spart. Wer nach Mitternacht zu Fuß unterwegs sei, dem wird die Taschenlampe empfohlen. Technische Lösungen wie die Helligkeitsabsenkung seien teuer, angesichts der städtischen Schulden halten die Grünen die Nachtabschaltung der Lampen für vertretbar.

Die CDU betont, dass in den Dörfern schon seit Jahren nachts kein Straßenlicht brenne. Da müsse man auf Gleichbehandlung achten. Intelligenten, kostengünstigen Lösungen, die Stromsparen und mehr Sicherheit verbinden, würde sich die CDU aber nicht verschließen. Diskutabel sei auch eine Beleuchtung an neuralgischen Punkten.

Aus Sicht der SPD hat sich die nächtliche Lichtabschaltung bewährt und trägt zur Haushaltskonsolidierung bei.

Begegnungsstätte
Der Behindertenbeirat fordert solche Räume für Menschen mit Behinderungen, Selbsthilfegruppen oder auch Senioren – aber als parteipolitisch neutrale Lösung. Dafür ist auch die SPD. Sie habe einen entsprechenden Antrag bereits an den Bürgermeister gerichtet und würde eine kurzfristige Realisierung begrüßen. Die CDU sieht ebenfalls den Bedarf. Sollte es keine zeitnahe Lösung in öffentlichen Räumen geben, sollten sich die Interessenten an die Gastronomie wenden.

Die FDP fordert ebenfalls ein „kleines Tagungszentrum“, empfiehlt dafür den neuen Mehrzweckraum in der Grundschule Nord. Die Grünen halten ein solches Zentrum nur für sinnvoll, wenn alle Alters- und Interessengruppen einbezogen würden. Die WGS würde Bedarfsabfrage, Trägersuche und Realisierung für diese Begegnungsstätte unterstützen.

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