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Merkwürdige Drogengeschäfte

Prozess wird fortgesetzt Merkwürdige Drogengeschäfte

Mehr als 15 Minuten hat Oberstaatsanwalt Frank Hirt für die Verlesung von insgesamt acht Anklageschriften benötigt. Darin werden fünf jungen Leuten in wechselnder Beteiligung verschiedene Taten angelastet, bei denen es um merkwürdige Drogengeschäfte und etliche Polizeieinsätze in Rinteln geht.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Rinteln. Die Liste der Delikte reicht von gewerbsmäßigem Handel mit Betäubungsmitteln über Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und immer wieder Körperverletzung und Beleidigung.

Richter Christian Rost hat drei Verhandlungstage gegen die 18 bis 22 Jahre alten Angeklagten angesetzt. Schon der Prozessauftakt litt unter dem unentschuldigten Fehlen von gleich einem halben Dutzend Zeugen. Bleibt abzuwarten, ob diese in den nächsten Wochen im Gerichtssaal auftauchen. Nicht erschienen ist auch das mutmaßliche Opfer (22) im gravierendsten Fall, einer schweren räuberischen Erpressung. Dabei wird vier Angeklagten angelastet, sie hätten bei einem Drogengeschäft durch Drohungen und Mitführen von Schlagstock und Schlagring den jungen Mann „abgezogen“.

Verschiedene Versionen

An einem Abend im März 2015 soll er in die Nähe des Krankenhauses bestellt worden sein, wo er fünf Gramm Marihuana liefern sollte. Ob ihm dabei die vier jungen Leute aufgelauert und zur Herausgabe der Drogen genötigt haben, ist unklar. Zwei Angeklagte sagten aus, der 22-Jährige habe das Marihuana herausgeholt, einfach auf den Boden gelegt und sei dann gegangen. Ein dritter Angeklagter gab an, überhaupt nicht vor Ort gewesen zu sein. Der vierte soll zwei bis drei Straßen weiter auf die anderen gewartet haben. Später wurde das Päckchen mit dem Stoff auf einem Spielplatz aufgemacht, untereinander aufgeteilt und geraucht.

Faustschlag ins Gesicht

Nur wenige Tage vor diesem Zwischenfall soll der 22-Jährige bei einem ebenfalls merkwürdigen Drogengeschäft schon einmal „abgezogen“ worden sein. Damals traf er sich am Alten Hafen mit einem der fünf Angeklagten, einem 20 Jahre alten Arbeiter. Der Arbeiter, gegen den sich die meisten der acht Tatkomplexe richten, soll dem Opfer mit der Faust ins Gesicht geschlagen, dessen Rucksack abgenommen und daraus 160 Euro entnommen haben. Nach jetzigen und früheren Aussagen ist aber eine andere Version des Geschehens auch denkbar: Das Opfer sollte für mehr als 100 Euro Marihuana an den Arbeiter liefern. Als die Drogen aus dem Rucksack geholt wurden, nahm der Arbeiter diese einfach an sich und lief davon. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. maf

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