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Messerstecher soll in Psychiatrie

Prozess um Bluttat in der Rintelner Mühlenstraße Messerstecher soll in Psychiatrie

Der Messerstecher von der Mühlenstraße ist ein Fall für die geschlossene Psychiatrie. Er leidet an chronischer Schizophrenie und war zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig. Zu diesem Schluss kommt ein Psychiater.

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Rinteln/Bückeburg. Im Totschlagsprozess vor dem Bückeburger Schwurgericht hat der Sachverständige am Freitag die unbefristete Unterbringung des angeklagten Rintelners in einem Krankenhaus mit vergitterten Fenstern befürwortet. Demnach wäre der 26-Jährige schuldunfähig. Zur Verantwortung könnte er nicht gezogen werden, weil Schuld im deutschen Rechtssystem die Voraussetzung für Strafe ist. Anschließen muss sich das Gericht dieser Einschätzung nicht, es gilt aber als wahrscheinlich.

In seiner Expertise setzt der Gutachter voraus, dass der Messerstecher tatsächlich Stimmen gehört hat. Dies sei wahrscheinlich, hieß es. Die Stimmen, so hatten mehrere Zeugen berichtet, hätten dem Rintelner nach dessen eigener Darstellung befohlen, sich selbst und anderen Menschen etwas anzutun. Erste Berichte über Stimmen datieren aus dem Jahr 2011. Der Angeklagte war wiederholt in Kliniken.

Aus Sicht des Sachverständigen ist der Messerstecher eine Gefahr für die Allgemeinheit. Das „Wiederholungsrisiko aggressiver Straftaten“ sei hoch. Der Gutachter geht davon aus, dass die Einsichtsfähigkeit des Mannes am Abend des 10. Oktober aufgehoben war. Vor einem Imbiss an der Mühlenstraße hatte er einem anderen Mann im Streit ein Küchenmesser in die Brust gerammt. Die Klinge traf den Herzbeutel, das Opfer starb wenige Stunden später im Krankenhaus.

 Vor dem Schwurgericht haben am jüngsten Verhandlungstag Polizisten ausgesagt, die den Rintelner nach der Tat festgenommen hatten. Wie ein Mann, der einen Menschen getötet hat, wirkte der 26-Jährige nicht, nachdem er sich in den Streifenwagen gesetzt hatte. Lächelnd sagte er zu den Beamten, sie sollten „nicht so uncool sein“. Der Eindruck eines Polizisten: „Er hat das auf die leichte Schulter genommen.“ Eine Polizistin fand das Verhalten „in Anbetracht der Situation unpassend“.

 Über das Opfer soll der Rintelner sinngemäß gesagt haben: „Er hat Gewalt verlangt.“ Ein weiterer Polizist berichtete, dass der Messerstecher „in ein sehr langes Gebet verfallen“ sei, in dem er Gott gefragt habe: „Warum hast Du mir diesen Mann geschickt?“ Gemeint war offenbar der Tote. Für den Polizisten fällt dies unter „Religionsausübung“.

 Dem Gutachten zufolge ist der Angeklagte vorher bereits mehrfach in Erscheinung getreten. So soll er einem Jungen das Handy entrissen, ein Stofftier aus einer Jahrmarktbude geklaut, junge Mädchen beleidigt und einen Mitschüler mit dem Tode bedroht haben. In einem Internet-Café soll der Rintelner einen Mann aufgefordert haben, mit nach draußen zu kommen, wo er diesen schlagen wollte. Auf der anderen Seite liegen drei Suizid-Versuche hinter dem 26-Jährigen. Die Stimmen sollen ihm dies befohlen haben.

ly

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