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Mieterin beim Auszug geschlagen

Rinteln/Bückeburg Mieterin beim Auszug geschlagen

Vom Amtsgericht Rinteln wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechsmonatigen Bewährungsstrafen verurteilt, hatten zwei Eheleute nun mit ihren auf die Rechtsfolgen beschränkten Berufungen durchaus Erfolg: Das Ehepaar, das vor zwei Jahren seine Mieterin beim Auszug aus ihrer Wohnung geschlagen und getreten hatte, wurde vom Landgericht Bückeburg jetzt nur noch zu Geldstrafen verurteilt.

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Quelle: dpa

Rinteln/Bückeburg (maf). Die Kammer unter Vorsitz von Richter Jens Rass erkannte auf einen minder schweren Fall und verhängte gegen die beiden Rintelner jeweils Geldstrafen von 120 Tagessätzen. Entsprechend ihren Einkommensverhältnissen muss die Frau nun 4800 Euro berappen, ihr arbeitsloser Ehemann 1560 Euro. Mit dieser Entscheidung folgte das Gericht vollständig dem Antrag von Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt. Auf jeweils 90 Tagessätze hatten zuvor die Rechtsanwälte Dieter Wissgott und Volkmar Wissgott plädiert.

 Der Fall: Anfang Juli 2010 zog eine heute 53 Jahre alte Frau bei dem Rintelner Ehepaar ein. Schon nach wenigen Wochen war das Mietverhältnis vielfach belastet, wobei eigentlich keiner der Beteiligten so richtig erklären konnte, wie es zum Konflikt kam. Die Mieterin monierte einen defekten Wasserhahn und E-Herd. Sie schaltete einen Anwalt ein, es kam zu einer Mietminderung. Ende September kündigte sie das Mietverhältnis fristgerecht zum 31. Dezember 2010. In den letzten Monaten wollte die 53-Jährige dann die zu zahlende Miete mit der hinterlegten Mietkaution (700 Euro) verrechnen. Sie hatte nämlich die Befürchtung, die Kaution nicht zurückzubekommen. Andererseits weigerte sich die Frau aber, eine Verzichtserklärung auf Rückzahlung der Kaution zu unterschreiben.

 Anfang Dezember eskalierte die emotionsgeladene Situation, als die Mieterin aus ihrer Wohnung auszog. An einem Morgen wollte die 53-Jährige noch ein paar Sachen mit ihrer Tochter abholen und die Unterkunft reinigen. Die Vermieterin klopfte an die Tür und wollte nun die Wohnungsübergabe durchführen. Außerdem sollte die Mieterin den Verzicht auf die Kaution unterschreiben. Als sie die Erklärung nicht unterschrieb, verließ die Angeklagte die Wohnung. Kurz darauf kehrte sie aber mit ihrem Ehemann zurück. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung, dann wurde die Mieterin im Badezimmer geschlagen und getreten. Sie wurde auch mit einem Wischmoppstiel attackiert und zog sich verschiedene Prellungen zu.

 Nachdem die beiden Rintelner in erster Instanz noch den Tatvorwurf bestritten hatten, zeigten sie sich in der Berufung geständig und entschuldigten sich bei dem Opfer.

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