Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Mit 2570 Euro pro Kopf in der Kreide

Schuldenabbau ist Thema Mit 2570 Euro pro Kopf in der Kreide

Die Stadt Rinteln ist verschuldet: Zusammen mit den städtischen Betrieben wie etwa den Stadtwerken, beträgt der aktuelle Schuldenstand knapp 67 Millionen Euro. Das Geld steckt unter anderem in Schulen, Kindergärten, Straßen und Dorfgemeinschaftshäusern, sagt Bürgermeister Thomas Priemer.

Voriger Artikel
Amüsantes und Dramatisches aus der Weserstadt
Nächster Artikel
Mit 2.570 Euro pro Kopf in der Kreide

Der Schuldenstand der Stadt Rinteln, zusammen mit den städtischen Betrieben wie etwa den Stadtwerken, beläuft sich auf knapp 67 Millionen Euro.

Quelle: dpa

Rinteln. Schuldenabbau ist das große Thema der neuen Mehrheitsgruppe aus CDU, WGS und FDP. Wäre die Stadt Rinteln ein Familienbetrieb, man müsste beinahe den Gang zum Insolvenzverwalter in Erwägung ziehen, hieß es bei der Vorstellung der Koalition. Tatsächlich beträgt der Schuldenstand der Stadt, zusammen mit den städtischen Betrieben wie etwa den Stadtwerken, knapp 67 Millionen Euro. Umgerechnet auf die etwa 26000 Einwohner Rintelns wären dies 2570 Euro pro Person. „Diese Schulden kommen aber nicht aus dem Nichts“, betont Bürgermeister Thomas Priemer (SPD).

„Die Stadt hat seit 2008 über 30 Millionen Euro investiert“, sagt Priemer. Und dafür habe man bis Ende 2015 nur 3,5 Millionen Euro zusätzliche Schulden aufnehmen müssen. Bis zum 31. Oktober 2016 stieg der Schuldenstand im Haushalt um 2,6 Millionen auf 19,3 Millionen Euro.

Deutlich mehr – nämlich 47 Millionen Euro Schulden – stecken in den städtischen Betrieben. Dazu zählen insbesondere die Stadtwerke, die Abwasser- und Bäderbetriebe sowie die Gemeinnützige Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft (GVS). Auch dort wurde seit 2009 kräftig investiert: insgesamt 26,5 Millionen Euro. Dafür wurden allerdings unterm Strich keine neuen Schulden aufgenommen. Seit 2008 sank die Schuldennlast des Unternehmensverbundes von 50,3 Millionen auf 47,6 Millionen Euro.

Parkhäuser sind Minusgeschäft

Unternehmensverbund-Geschäftsführer Jürgen Peterson erklärt, dass die städtischen Betriebe seit Langem weitgehend kostendeckend arbeiten. „Wir können aber nicht einfach aufhören zu investieren.“ Das Netz der Stadtwerke, die Kanalleitungen oder die Schwimmbäder müssten ständig unterhalten werden. Die Parkhäuser der Stadt seien ebenso ein Minusgeschäft.

Jede Bilanz lässt sich kurzfristig schönen, indem notwendige Investitionen verschoben und das Geld in den Schuldenabbau gesteckt wird. Nachhaltig ist das allerdings nicht. Dadurch entsteht der viel zitierter Investitionsstau. Ein guter Teil der Schulden des Unternehmensverbundes besteht bereits seit langer Zeit (siehe Kasten) und muss jährlich als „Zinslast“ mitfinanziert werden. Je nach Situation der Zinsentwicklung schwankt dieser Betrag allerdings massiv. 2015 mussten etwa 757000 Euro Zinsen für die Schulden des Unternehmensverbundes bezahlt werden. Pro Bürger wären dies rund 29 Euro im Jahr.

Bevor die Finanzkrise für niedrige Zinsen sorgte, war das wesentlich teurer. Zum Vergleich betrug die Zinslast der Unternehmen zum Ende des Jahres 2007 insgesamt rund zwei Millionen Euro, also 81 Euro pro Bürger und Jahr.

Peterson betont, jeder müsse sich eben auch vor Augen führen, was Rinteln einem für dieses Geld bietet. Ohne Schulden wären Fußgängerzone, Weserangerbad und andere Einrichtungen damals nicht oder in anderer Form errichtet worden. „Rinteln muss ja lebenswert bleiben.“ Die Stadt stehe in Konkurrenz zu anderen Städten. Würden Einwohner umziehen und Betriebe aussiedeln, würde auch die Einnahmensituation durch Gewerbe- und andere Steuern ausbleiben.

Peterson verweist auch darauf, dass den städtischen Betrieben in regelmäßigen und unabhängigen Prüfungen ausgewiesen werde, „dass die Vermögens- und Finanzlagen betriebswirtschaftlichen Grundsätzen entsprechen“. Die Liquidität der Unternehmen sei jederzeit sichergestellt gewesen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg