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Mit Händen und Füßen

Angebot für Flüchtlinge Mit Händen und Füßen

Die Kommunikation beim Nähkurs für Frauen aus der Flüchtlingsunterkunft am Kerschensteinerweg klappt – mit Händen und Füßen.

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Der Nähkurs im Familienzentrum macht es möglich: Soheila Ehsan schneidert einen Frühlingsrock für ihre Tochter Adija.

Quelle: cm

Rinteln. Bei komplexeren Erklärungen springt Dolmetscherin Yalda Breitensträter ein. Sie übersetzt das „Schneiderdeutsch“ für die überwiegend aus Afghanistan stammenden Frauen in Farsi.

 Dass Breitensträter dabei meist das „Kursbaby“ mit sich herumtragen darf, damit die junge Mutter die Hände für ihre Näharbeit frei hat, macht ihr sichtlich Freude. Auch der Kleinen scheint dieser Nachmittag im Familienzentrum zu gefallen. So viel freundliche Ansprache. Und dann noch eine neue Decke aus flauschigem, hellgrünen Stoff, mit lauter bunten Schmetterlingen drauf genäht zu bekommen, da macht Babyleben sichtlich Spaß.

 Zwölf Arbeitsplätze mit Nähmaschinen sind aufgebaut. Zwei Bügelbretter stehen bereit. Eine große Auswahl von unterschiedlichsten Stoffen liegt ausgebreitet auf Tischen und Podium. Scheren, Nadeln, bunte Nähgarne. Es fehlt an nichts. Auch nicht an guten Ideen, was man mit diesem Material Sinnvolles anstellen könnte.

 Für Schnittmuster und Anregungen ist Schneiderin Heidrun Korfhage zuständig. Heute hat sie die Anleitung zum Nähen einer einfachen Stofftasche für die Ungeübteren im Gepäck. Und die, die es sich zutrauen, können kurze Frühlingsröcke mit breitem elastischen Bündchen nähen. Die trägt man aktuell über Hose oder Leggings. Geübt oder ungeübt – die Röcke werden der Renner.

 Bald surren die ersten Maschinen. Im Nähen Erfahrene machen sich selbstständig an die Arbeit. Andere stecken ihre Köpfe mit einer Helferin zusammen. Annegret Sander und Heidi Lülf stehen einmal wöchentlich als Ehrenamtliche mit ihrem Fachwissen zur Unterstützung bereit. Wo muss der Faden lang geführt werden? Wie muss ich den Saum umknicken? Wortlose Zusammenarbeit. Gelegentliches Lachen über Missverständnisse. Nur Hände und Blicke sprechen.

 In dieser Stille, die gerade durch fehlende gemeinsame Sprache entsteht, ist die Konzentration der Frauen an ihren Arbeitsplätzen beinahe mit den Händen zu greifen.

 An diesen Nachmittagen steht für sie nicht der gesellige Aspekt im Vordergrund, sondern die Freude, endlich einmal wieder etwas Produktives tun zu können. Geplaudert wird eher in den Reihen der deutschen Gäste. Christel Grannemann-Bülte vom Familienzentrum, die für Idee und Aufbau des Nähprojektes verantwortlich zeichnet, hat heute Gäste. Mitglieder der Stiftung für Rinteln, die den Kurs mit den nötigen finanziellen Mitteln fördert, sind zu Besuch gekommen. Und Stolz und Freude über das Geschaffene sind nicht nur in den Augen der Teilnehmerinnen zu finden, wenn sie ihre Werke betrachten, vergleichen und herumzeigen, sondern auch bei Initiatoren und Förderern dieses nützlichen Angebotes.  cm

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