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Mit Kunstkniff weg von der Nummernrevue

Rinteln Mit Kunstkniff weg von der Nummernrevue

Vier besondere Gäste haben es sich auf der Bühne des Rintelner Brückentorsaals gemütlich gemacht. Andreas Steuers Obernkirchener „Agentur für gute Unterhaltung“ schaffte es, den seit 30 Jahren die Deutschrock- und Liedermacherszene stark mitprägenden Heinz-Rudolf Kunze samt seiner Band „Räuberzivil“ ins Schaumburger Land zu lotsen.

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Heinz-Rudolf Kunze heizt dem Brückentorsaal ein.

Quelle: tol

Rinteln. Eifriges Kopfnicken, im Takt zuckende Füße und passagenweises Mitsingen ließen erahnen, dass die Zeit der Reife von Kunzes musikalischem Schaffen begleitet wurde. Wichtigster Anlass fürs ausgedehnte Tourneereisen: die Präsentation des aktuellen Albums „Tiefenschärfe“. Heinz-Rudolf Kunze und seine auf höchstem musikalischem Niveau aufspielende Band, bestehend aus Ralph König (Gitarre, Steel Guitar), Peter Pichl (Bass) und Hilko Schomerus (Drums und Percussions), boten in diesem Sinne ein abwechslungsreiches Potpourri aus dem Werk.

Kunze benutzte einen Kunstkniff, um das Konzert nicht zur reinen Nummernrevue geraten zu lassen: Vor jeden Song platzierte er eine Conférence. Diese Ein- und Überleitungsworte waren mal nachdenkliche Gedichtstrophen, mal philosophische Betrachtung; milde Spötteleien, aber auch bissiger Sarkasmus oder frecher Ausdruck von Koketterie offenbarten einen Blick in Kunzes Gedankenwelt, die er bekanntermaßen gerne kontrovers auslotet. Da wurden dann schon mal Überlegungen angestellt, die fern der Political Correctness verortet sind und nicht frei von Ressentiments und Vorurteilen erscheinen. Manches Angedachte und Aufgeschnappte verlor sich betont in losen Enden – wohl Kunzes eigenwillige Form der Dialektik.

Kunzes Sprachgewalt wurde von der quirligen Dreierbande hinter ihm fein musikalisch nach oben getragen. Nach fast 20 Liedern strahlten die Zuhörer, als die Band nach über zweistündigem Vortrag für die Zugaben erneut auf die Bühnenbretter trat.

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