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Mit Luftgewehr auf Menschen gezielt

Vor Gericht: Mann am Kopf getroffen Mit Luftgewehr auf Menschen gezielt

„Ein solches Verhalten ist in keiner Weise zu tolerieren“, hat die Vorsitzende Richterin Eike Höcker moniert. Und der Leitende Oberstaatsanwalt Martin Appelbaum assistierte: „Es hätte auch schlimmer ausgehen können.“

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Symbolbild

Quelle: dpa

RINTELN/BÜCKEBURG. Gemeint war die Tat eines 21-Jährigen, der in einer Dezember-Nacht 2013 mit einem Luftgewehr mehrmals aus dem Fenster seiner Wohnung geschossen und dabei einen Passanten (59) am Kopf getroffen hatte. Glücklicherweise erlitt das Opfer lediglich eine Platzwunde. Ein gutes Ende nahm das Verfahren nun auch für den Schützen: In einem ersten Prozess vor dem Rintelner Amtsgericht kassierte er für diese gefährliche Körperverletzung eine Jugendstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung. Im jetzigen Berufungsverfahren vor dem Landgericht Bückeburg wurde diese Jugendstrafe dagegen zur Bewährung ausgesetzt. Als Auflage muss der Arbeitslose unter anderem 100 Stunden gemeinnützig tätig werden.

Mit diesem Urteil folgte die Kammer unter Vorsitz von Landgerichtspräsidentin Höcker den übereinstimmenden Anträgen Appelbaums und von Verteidiger Marco Vogt. Zu verdanken hat der Angeklagte die Bewährung vor allem seinen verbesserten Lebensumständen: Er hat mit seiner neuen Lebensgefährtin inzwischen Rinteln verlassen und ist zu seiner Familie nach Thüringen gezogen. Dort will er sich eine neue Existenz aufbauen.

Der Fall: Vor rund zweieinhalb Jahren saß der Angeklagte mit seiner damaligen Freundin und einer weiteren Frau in seiner Wohnung, die in der oberen Etage eines Hauses in der Innenstadt liegt. Es wurde reichlich Wodka getrunken, ehe die beiden Frauen Nachschub von einer Tankstelle holten. Währenddessen schoss der heute 21-Jährige aus Langeweile aus dem Fenster seiner Wohnung auf eine Menschengruppe. „Für mich war die Stadt leer. Ich habe dort niemanden gesehen“, beteuerte dagegen der junge Mann und gab an, auf eine Laterne gezielt zu haben. Tatsächlich waren aber kurz nach Mitternacht noch mehrere Menschen unterwegs, unter anderem ein Mann aus der Nähe von Bremen.

Der 59-Jährige hatte zuvor mit einigen Leuten den Weihnachtsmarkt besucht und wollte nach einem anschließenden Aufenthalt in einem Lokal zum Parkplatz gehen. Die Gäste hörten dann mehrere Knallgeräusche. Zuerst dachten sie, diese seien von Jugendlichen gekommen, die vor ihnen durch die Stadt liefen. Das Opfer spürte plötzlich einen Schlag am Kopf und blutete. Vom Schützen fehlte zunächst jede Spur. Dafür fanden Polizisten am Tatort zwei Projektile, kupferfarbene Kugeln. Auch gelang es den Beamten, die Schussrichtung grob zu ermitteln. Weitere Recherchen ergaben, dass es nur zwei Monate vorher während der Herbstmesse einen ähnlichen Vorfall gegeben hatte – jedoch an einer anderen Stelle. Durch eine Einwohnerermittlung geriet der damals umgezogene junge Mann ins Visier der Fahnder. maf

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