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Mit Menschlichkeit begegnen

Am Empfang im Jobcenter Mit Menschlichkeit begegnen

Was tut ein Unternehmen, dem es eher darum geht, seine Besucher möglichst wenig einzuschüchtern? Die Antwort ist spätestens nach einem Besuch im Rintelner Jobcenter klar: Es setzt Männer wie Thorsten Walter (48) und Marco Jehle (43) an den Empfangstresen. Sie bringen Menschlichkeit und Freundlichkeit mit.

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Thorsten Walter (links ) und Marco Jehle empfangen die Menschen im Job-Center.

Quelle: cm

RINTELN. In recht legerem Outfit sitzen die zwei an ihrem Arbeitsplatz. „Es geht uns vor allem um eins: Wir wollen den Hilfesuchenden auf Augenhöhe begegnen“, da sind sich beide einig. „Wir kommen nicht so von oben herab und bemühen uns um eine verständliche Sprache,“ sagt Walter. „Höflichkeit ist uns wichtig“, ergänzt Jehle. „Und wir wollen wirklich helfen. Das merken unsere Besucher“, fasst sein Kollege zusammen.

Intuitiv richtig

 Die Frage, ob sie ihre Befähigung zu solch konstruktivem Umgang mit ihren Mitmenschen wohl in Schulungen erlernt haben, belustigt die beiden Männer ein wenig. Klar hätten auch sie Schulungen, etwa zu Deeskalationstechniken, Kommunikation und Gesprächsführung, besucht. Doch seien diese eher eine Bestätigung dafür gewesen, dass sie mit ihrer Art, den Leitungsempfängern des Jobcenters zu begegnen, intuitiv genau auf der richtigen Spur waren. „Wir gehen beide sehr gern mit Menschen um“, beschreibt Walter die gemeinsame Grundhaltung. „Und manche Eigenschaften, die gerade an unserem Arbeitsplatz wichtig sind wie Offenheit, Toleranz, Empathie und Freundlichkeit, die haben wir schon mitgebracht.“ „Das kann man auch nur in beschränktem Maße erlernen“, vermutet Jehle. „Wir haben eben genau die Aufgabe, die zu uns passt.“

Umfassendes Wissen

 Wer nun glaubt, nett sein allein würde als Qualifikation im Eingangsbereich eines Jobcenters ausreichen, der täuscht sich. Gerade hier wird umfassendes Wissen zu allen Aspekten rund um Leistungsberechtigung, Integration und Wiedereingliederung gebraucht. „Wir wollen die Menschen möglichst wenig herumschicken. Das heißt, wir bemühen uns, viele Fragen selbst zu klären, oder zumindest gleich den richtigen Ansprechpartner für das spezielle Problem auszuwählen“, erläutern sie.

 Während Walter und Jehle einen Großteil ihrer Beratungsarbeit im ziemlich öffentlichen Raum des Jobcenter-Eingangs erledigen, gibt es auch eine Aufgabe, bei der sie sich mit ihren Besuchern zurückziehen. „In unseren Zuständigkeitsbereich gehört das Erstgespräch. Hier werden alle Daten aufgenommen und die Antragsformulare ausgehändigt“, erklärt Walter.

 Auf die Frage, ob die Arbeit ihren Blick aufs Leben verändert hat, werden beide nachdenklich. „Ja, manche Schicksale gehen einem schon nahe“, meint Walter. „Die nimmt man dann gedanklich auch mal mit nach Hause.“ cm

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