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„Möchten Sie denn auch mal richtig Polnisch lernen?“

Rinteln / Austausch „Möchten Sie denn auch mal richtig Polnisch lernen?“

So voll ist der historische Sitzungssaal des Rathauses selten. 23 Schüler aus Slawno und ebenso viele Gastgeberkinder von der Hildburg-Realschule sitzen dicht an dicht bei der Begrüßung durch Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz. Ein Kind fragt unverblümt: „Wollen Sie denn auch mal richtig Polnisch lernen?“ Buchholz spontan: „Ich kann 20 Wörter, das reicht. Bei mir ist es aber auch einfacher, weil meine Frau gut Polnisch spricht.“

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Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz (vorn von rechts) begrüßt vor der Eulenburg Urszula Paszkiewicz, Frank Hagen (Realschule) und Lukasz Kieler sowie die Schüler aus Slawno und ihre Rintelner Gastgeberkinder. © dil

Rinteln (dil). Überhaupt richtete sich die Wissbegierde der fünf Jungen und 18 Mädchen aus Slawno stark auf die Städtepartnerschaft. Buchholz erklärte ihnen, dass sie sich in dem Saal befänden, wo vor 19 Jahren die Partnerschaftsurkunden unterzeichnet worden sind. „Es ist gut, dass sich die jungen Leute begegnen“, hieß er beide Schülergruppen willkommen. Und auf die Frage von Lehrer Frank Hagen, der schon 2004 und 2008 mit Schülern in Slawno war, wer denn beim nächsten Mal dorthin mitfahren wolle, schnellte ein Dutzend Arme hoch.

„Wie oft waren Sie schon in Slawno und wie finden Sie es dort?“, fragten die Gastschüler. Buchholz berichtete: „Zehn bis 15 Mal, ich habe es nicht genau gezählt. Aber wir haben auch schon einmal in Rügenwalde (Darlowo) Urlaub gemacht. Und ich habe dort wunderbare Freunde kennengelernt.“

„Dauert die Partnerschaft mit Slawno wohl noch lange an?“, lautete eine weitere Frage der Gäste. Buchholz erwiderte: „Das ist wie bei allen Partnerschaften im Leben, da muss man sich immer wieder drum bemühen. Und wenn die Bürger der Städte Slawno und Rinteln sich darum bemühen, dann wird es diese Partnerschaft noch viele Jahre geben. Es reicht aber nicht, wenn sich nur die Bürgermeister und Politiker begegnen.“

Für den Aufenthalt in Rinteln empfahl das Stadtoberhaupt als Erstes den Besuch der Messe, denn dort gab es gestern ja beim Familientag reduzierte Fahrpreise. In den nächsten Tagen nehmen die Kinder aus Slawno am Unterricht in der Realaschule teil. Heute ist anschließend eine Fahrt nach Hameln mit Stadtrundgang vorgesehen. Am Mittwoch wird die Autostadt Wolfsburg das Ziel sein. Die Hildburgschule ist Partnerschule der Autostadt.

Für Donnerstag ist ein Besuch des Museums Eulenburg geplant. Anschließend gehen die Gäste auf eine Stadrallye. Nachmittags folgt das Abschiedsgrillen mit Eltern, Kollegen und Gästen. Am Freitag wird gegen 8 Uhr Abschied genommen und die Heimreise angetreten. Die Rintelner Schüler erarbeiten dann noch eine Dokumentation dieses Besuchs für den Tag der offenen Tür der Realschule am Samstag, 14. Mai.

Der letzte Besuch der Slawnoer Schule in Rinteln datiert von September 2007, der letzte der Rintelner in Polen von September 2008. 2009 und 2010 waren die Besuche von polnischer Seite aus finanziellen Gründen abgesagt worden.

Als Übersetzer und Begleiter der polnischen Schülergruppe sind diesmal Lukasz Kielar und Urszula Paszkewicz dabei, wobei Letztere vor allem aus den neunziger Jahren vielen Rintelnern über die Städtepartnerschaft bekannt ist. Paszkiewicz wurde vor drei Jahren pensioniert, unterrichtet aber immer noch zehn Stunden pro Woche. Und sie kommt nach wie vor gern auf Besuch in die Weserstadt.

Was man denn noch mehr für das Florieren der Städtepartnerschaft tun könne, wollte Buchholz von den Schülern beider Seiten wissen. Keine Idee, erst mal das Hier und Jetzt genießen, schien die Devise zu sein. Dann noch schnell zum Erinnerungsfoto vor die Eulenburg, und schon ging es weiter – vielleicht schon in Gedanken an die Messe.

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