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Musikalische Krönung der Festtage

Weihnachtsoratorium Musikalische Krönung der Festtage

Mehr als 100 Musiker und Sänger, volle Sitzreihen im gesamten Kirchenschiff: Das Weihnachtsoratorium „Die Geburt Christi“ hat am Tag nach Weihnachten große Anziehungskraft entwickelt.

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Musikalische Krönung der Weihnachtstage in Rinteln: Kreiskantorin Daniela Brinkmann (rechts) dirigiert über 100 Musiker und Sänger beim Weihnachtsoratorium in St. Nikolai.

Quelle: tol

Rinteln. Und der mehr als fünf Minuten anhaltende Beifall am Schluss zeigte: Das Publikum war sehr angetan von der musikalischen Leistung unter der Gesamtleitung von Kirchenkreiskantorin Daniela Brinkmann.

 „Im Sinne Johann Sebastian Bachs mit romantischem Duktus komponiert“, hatte Brinkmann eingangs das Werk beschrieben, das Heinrich von Herzenberg (1843-1900) im Jahr 1894 für Solostimmen, gemischten Chor, Kinderchor, Streicher, Oboe, Harmomnium, Gemeindegesang und Orgel komponiert hat. Es ist nicht Konzert allein, sondern eine gemeinsame Feier aller Teilnehmenden. Um 1894 war dies eine ziemlich neue Konzeption für Kirchen-Oratorien, von Theologieprofessor Friedrich Spitta und Kompositionsprofessor Heinrich von Herzogenberg gemeinsam entwickelt.

 Für Rinteln passte dieses Konzept perfekt. Nicht nur stehen mit dem Schaumburger Oratorienchor, dem Kinder- und Jugendchor der Evangelischen Singschule an St. Nikolai sowie dem Schaumburger Kammerorchester viele geschulte Stimmen und Musiker zur Verfügung, auch das Publikum hat sich an den vier Adventssonntagen sowie in den Weihnachtsgottesdiensten regelrecht warm gesungen. Man kann die Aufführung dieses Oratoriums als musikalische Krönung der Weihnachtstage in Rinteln sehen.

 Es begann mit der Verheißung, dem Warten auf das Kommen des Heilands. Im zweiten Teil „Die Erfüllung“ ging es um die Weihnachtsgeschichte selbst. „Es ist ein Ros entsprungen“ markierte dabei in einer sehr getragenen und lang gezogenen Version das Ende des schwermütigeren Teils der Darbietung.

 „Kommt herab ihr Engelein zum finster’n Stall, grüßt das Kind mit Psalmen und mit süßem Schall“ sangen Maria und Joseph dann im Duett, und der Chor der Engel hob die Stimmung weiter an. Nach einem fulminanten Orgelvorspiel von Regina Ackmann wirkte das Mitsingen der Gemeinde beim Choral „Allein Gott in der Höh’ sei er“ glücklich befreiend. Als dann noch der Kinderchor in rot-weißen Mänteln zum einschmeichelnden Klang der Oboe von Stephan Goethe sang, wurde jedem warm ums Herz. „Kommet ihr Hirten, ihr Männer und Frauen“ – von allen Sängern und der Oboe intoniert – schwang sich zu einem ersten emotionalen Höhepunkt auf.

 Übertroffen wurde dieser Moment an Intensität für Auge und Ohr nur noch durch den Schlusschoral zur Melodie „Vom Himmel hoch da komm ich her“ und einem großartigen Orgelnachspiel. Manche Besucher zollten stehend Beifall. Blumen für Musiker, Solisten und Dirigentin waren ein sichtbarer Ausdruck der Anerkennung. Die einzeln und bis zum Quartett auftretenden Solisten waren Karola Pavone (Sopran), Judith Thielsen (Mezzosopran), Tobias Glogau (Tenor), Ralf Höhne (Tenor), Joachim Hochbauer (Bass) und Martin Requardt (Bass). Das Harmonium spielte die neue Kirchenmusikerin Oana Maria Bran. dil

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