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Mut zur Lücke

Car Sharing in Rinteln Mut zur Lücke

Network-Manager Peter Mentzel ist zurzeit Reisender in Sachen Carsharing für das Unternehmen „app2drive“ aus Aschaffenburg. In Hameln, Rinteln, Stadthagen war er schon, auch beim Landkreis Schaumburg hat er schon vorgesprochen. Obernkirchen, Hessisch Oldendorf, Rodenberg, Bad Nenndorf, Bückeburg und Minden stehen noch auf seiner Dienstreiseliste.

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In den Großstädten ein Erfolgsmodell, auf dem Land hat es sich noch nicht durchgesetzt: Carsharing.

Quelle: dpa

RINTELN. Das Carsharing-Unternehmen „app2drive“, bereits mit 140 Standorten in 70 Städten vertreten, will den Sprung aufs flache Land wagen. Carsharing hat sich in Großstädten längst etabliert, in der Provinz ist das noch eine Pioniertat. Einfach deshalb weil die Herausforderungen größer sind: Weite Wege – und derjenige, der auf dem Land wohnt, hat in der Regel bereits ein Auto, eine Familie meist auch einen Zweitwagen.

 „Das ist unsere Zielgruppe“, sagt Mentzel, die Leute, die einen Zweitwagen bräuchten oder bereits einen haben und rechnen können. Denn selbst ein Kleinwagen kostet laut Angaben des ADAC pro Monat einschließlich Wertverlust rund 200 Euro. Mentzel sagt: „Wir wissen, dass sich der Erfolg nicht von heute auf morgen einstellen wird.“ Es dauert, bis die Bürger die Vorteile des Carsharings erkannt haben. „Wir haben Geduld, und wir sind ein lernendes, flexibles System.“ Wenn die Praxis zeige, etwas funktioniere nicht, werde es geändert.

 So hat „app2drive“ beispielsweise die Tarifstruktur den Kundenwünschen angepasst, nachdem sich herausgestellt hatte, Kunden können mit einer auf die Minute genauen Abrechnung wenig anfangen.

 Jetzt wird nach Stunden und Kilometern abgerechnet – das versteht jeder. Außerdem gibt es mehrere unterschiedliche Tarife von „Basis“ bis „VIP“, gestaffelt nach den unterschiedlichen Ansprüchen der Kunden an eine Autonutzung.

 Eine Beispielrechnung: Im Tarif „Comfort“ zahlt man pro angefangene Stunde drei Euro, pro Kilometer 15 Cent, dazu eine monatliche Grundgebühr von 9,90 Euro.

 Für unsere Region ist folgendes Modell gedacht: Kunden melden sich online oder bei einem Kooperationspartner oder in einem Bürgerbüro an, erhalten eine Kundenkarte, reservieren einen Wagen online, den sie mit der Karte aufschließen. Auch eine Vorausbuchung ist möglich. Der Schlüssel ist im Wagen. Braucht der Kunde das Fahrzeug nicht mehr, parkt er es am nächst gelegenen „app2drive“-Standort und loggt sich per Smartphone aus.

 Bleibt die Frage, wie kommt man zu seinem gebuchten Fahrzeug, das in Exten steht, man aber in Hohenrode wohnt? Mit dem Bus oder Fahrrad, oder ein Familienmitglied oder Freunde fahren einen dorthin. Mentzel sieht darin kein Problem: Carsharing-Nutzer sind flexibel, verändern ihre Gewohnheiten. Da ist wohl auch eine Portion Optimismus dabei, wie der nächste Satz des Managers verrät: Wer nicht etwas ausprobiere, könne nicht wissen, ob es funktioniere oder nicht. Wann rechnet es sich für das Unternehmen? Mentzel sagt: „Ideal wären 15 Nutzer pro Fahrzeug, wir kämen aber auch schon ab acht Nutzern klar.“

 In Rinteln hat sich Mentzel mit Jurist Joachim Steinbeck und Kämmerer Jörg Schmieding getroffen. Im Gespräch sind acht Standorte, an denen die Carsharing-Fahrzeuge geparkt werden sollen. Vier in der Kern- und Nordstadt, die anderen in Steinbergen, Exten und Krankenhagen. Die Stadt stellt die Parkplätze kostenlos zur Verfügung, darüber soll es dann einen Kooperationsvertrag geben. Die Firma „app2drive“ will nach bisheriger Planung 13 Fahrzeuge einsetzen, auch ein Elektrofahrzeug soll dabei sein.

 Auch in Stadthagen hat man schon Standorte im Blick: am Rathaus, am Bahnhof und in einem Ortsteil an der Bergkette.

 Und Mentzel sucht, nicht nur in Rinteln, sondern auch in den anderen Städten weitere Kooperationspartner aus der heimischen Wirtschaft. Beispielsweise Autowerkstätten, die als regionales Service-Team die Fahrzeuge warten und reinigen oder Unternehmen, die Carsharing-Fahrzeuge nutzen, um Spitzen in ihrem Fuhrpark abdecken. „Wir sind da absolut flexibel“, versichert Mentzel, „und für Ideen offen.“ So kann er sich auch weitere Optionen vorstellen: beispielsweise auch Lieferwagen im Carsharing-Modell anzubieten. Der Vorteil gegen über Mietwagen? „Einmal die mögliche stundenweise Abrechnung, dann bei längerer Dauer ein degressives Modell: Es wird billiger, nicht teurer“, sagt Mentzel. wm

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