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Nabu hofft auf juristische Klärung

Streit um "Auenlandschaft Hohenrode" Nabu hofft auf juristische Klärung

Nach Bekanntwerden des Klageverfahrens gegen die NSG-Verordnung „Auenlandschaft Hohenrode“ (wir berichteten) hofft der Naturschutzbund (Nabu) nun auf eine juristische Klärung: „Wir sind zuversichtlich, dass die seitens der Weserfischereigenossenschaft Hameln vorgebrachten Vorwürfe vollends entkräftet werden“, so Nick Büscher, Vorsitzender des Nabu Rinteln.

Hohenrode. Aus Sicht des Nabu ist die Behauptung abwegig, dass die Genossenschaft nicht im Verfahren angemessen beteiligt worden sei: „Wir haben Gespräche mit dem Landkreis und der Genossenschaft wahrgenommen, um einen Kompromiss zu erzielen“, sagt Büscher. Es habe ehrliche Bemühungen von Landkreis und Nabu gegeben, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen. Büscher: „Für uns war das Verfahren von Redlichkeit und Transparenz geprägt.“

 Diese Transparenz vermisst der Rintelner Nabu-Vorsitzende beim Vorstand der Weserfischereigenossenschaft: „Wir sind enttäuscht, dass man mit der Klage den Weg zurück zum Dialog verbaut hat.“ Es bleiben für den Nabu offene Fragen: „Warum hat man nicht bereits im Verfahren signalisiert, dass man eine Klage beabsichtigt? Und warum gibt es keine klare Antwort darauf, wem man die Pacht zusprechen will?“

 Zudem sieht man in dem Klageverfahren und in den Äußerungen des Genossenschaftschefs Andreas Grossmanns die größten Befürchtungen bestätigt, dass man nicht mehr beabsichtigt, die Fischereirechte an den Nabu zu verpachten. „Es drängt sich der Verdacht auf, dass man nie die ernst gemeinte Absicht hatte, dem Nabu die Pacht zu übertragen“, sagt Büscher. Es sei immer die Position des Nabu gewesen, mit allen Beteiligten zu sprechen und möglichst im Konsens zu einer Lösung zu gelangen. Büscher: „Wir sind der Genossenschaft mit Zugeständnissen hinsichtlich der fischereilichen Nutzung entgegengekommen.“

 Was die Genossenschaft aus Sicht des Nabu dabei nicht erwähnt: Die in der NSG-Verordnung zum Tragen kommenden Ziele des Naturschutzes und die des Eigentümers sind deckungsgleich, naturschutzfachlich entbehre die angestrebte Klage jeglicher Grundlage. „Die Klage ist, falls ihr stattgegeben wird, nur dazu geeignet, ein wertvolles Schutzgebiet nachhaltig zu beeinträchtigen“, so Büscher. Immerhin besitze das Gebiet hinsichtlich der in Niedersachsen anzuwendenden Bewertungsmaßstäbe der Staatlichen Vogelschutzwarte landesweite Bedeutung für den Vogelschutz.

 Der Nabu stärkt dem Landkreis Schaumburg den Rücken. „Wir werden der Fachbehörde naturschutzfachlich zur Seite stehen“, sagt Büscher. Die Verordnung sei naturschutzfachlich exzellent begründet und hochwertig in ihren Entwicklungszielen, die erhobenen Vorwürfe der Genossenschaft jedoch ein Rückzug auf Formalien. Dabei wird der Artenschutz in dem Klageverfahren seitens der Genossenschaft laut Nabu völlig außer Acht gelassen: Die besonders wertvollen, störungsempfindlichen Arten wie Seeadler, Flussseeschwalbe und Rastvögel wie Schellenten und Gänsesäger vertragen eine Ausweitung der fischereilichen Nutzung nicht. Büscher hofft „auf eine juristische Klärung im Sinne der Auenlandschaft, damit für die Umsetzung der Naturschutzziele eine sichere Rechtsgrundlage besteht“.  r

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