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Nach 13 Jahren ist Schluss

Rintelner Mediziner gibt Praxis auf Nach 13 Jahren ist Schluss

Dr. Heinrich Dick hat schon seit Langem vor, 2016 – mit dann 62 Jahren – in den Ruhestand zu gehen. Frühzeitig hat er dies der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen angezeigt, ging selbst auf Nachfolgesuche und hatte eine Ärztin dafür interessieren können.

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Da war die Welt noch in Ordnung: 2013 gratulierte der damalige Chefarzt Dr. Friedrich-Wilhelm Eichler (links) dem Hals-, Nasen- und Ohren-Spezialisten Dr. Heinrich Dick zur 5000.Operation als Belegarzt im Kreiskrankenhaus Rinteln. Jetzt hat Dick seine Praxis in Rinteln geschlossen.

Quelle: pr.

Rinteln/Bückeburg. „Doch dann kam die Schließung der Operationsmöglichkeiten im Kreiskrankenhaus Rinteln, da war das Interesse schnell wieder weg“, sagt Dick. Die Räume sind bereits frei, seit dem 1. November ist auch der Anrufbeantworter abgeschaltet. Aber die meisten Patienten wissen, dass sie ihren vertrauten Facharzt vorerst noch in Bückeburg erreichen. Für die anderen hängt seit gestern ein Hinweiszettel an der Tür, denn es kommen immer noch einige ins Krankenhaus Rinteln.

 „Viele Patienten sind mitgekommen“, erzählte Dick gestern am Telefon. „Gerade sitzen drei Rintelner vor mir.“ Er hatte schon die vergangenen Monate in der Weserstadt als Angestellter der Bückeburger HNO-Gemeinschaftspraxis Dr. Stephan Riechmann und Andrea Höfner gearbeitet, der Mietvertrag ist gekündigt. Seit dem 1. September hatte er dort schon keine Sprechstunden mehr gehalten. Nun macht er in Bückeburg, Herminenstraße 18 A, bis nächstes Jahr weiter. „Dort bestehen Operationsmöglichkeiten über Belegbetten in der Bethel-Klinik ganz in der Nähe“, nennt er den entscheidenden Vorteil in der Ex-Residenz. Von seinen vier Mitarbeiterinnen konnte er eine mitnehmen, zwei haben inzwischen neue Jobs, und eine Teilzeitkraft sucht noch Arbeit.

 Die Nachfolge scheiterte am Wegfall der Operationsmöglichkeiten in Rinteln ab 1. Juli dieses Jahres (wir berichteten). „Die Lage ist nun angespannt, aber für den Landkreis ergibt sich durch mein Weiterarbeiten in Bückeburg statistisch noch kein Versorgungsmangel, mein Kassensitz ist auf die Bückeburger Praxis übergegangen, die das beantragt hatte“, erklärt Dick. Seine Facharztstelle für Rinteln war auch im Ärztefachblatt ausgeschrieben, doch es tat sich nichts. Dafür wurde er selbst aus Hameln angesprochen, ob er dort mittelfristig aushelfen könne. „Aber ich habe abgesagt, denn ich will nächstes Jahr im Ruhestand aus der Region fortziehen.“

 Im April 2013 war Dick noch für seine 5000. Operation als Belegarzt im Kreiskrankenhaus ausgezeichnet worden. Immerhin 13 Jahre war er in Rinteln tätig. Im April hat er an Landrat Jörg Farr geschrieben, dass es ohne operative Möglichkeiten hier zur Schließung kommt. „Ich kann die jungen Kollegen verstehen, dass sie so eine Lösung wie jetzt nicht wollen.“

 Und was passiert nun mit der Praxis? Der Erste Kreisrat Klaus Heimann teilte dazu gestern auf Anfrage mit: „Wir suchen über Kontakte in Arztkreisen nach einem neuen Nutzer, und erste Gespräche mit Interessenten laufen bereits. Wir stimmen uns dabei auch mit dem künftigen Krankenhausträger Agaplesion ab. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“  dil

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