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Nachbarn schon in Sicht

Generationen übergreifendes Wohnprojekt in Rinteln Nachbarn schon in Sicht

Die Initiative „Nachbarschaftliches Wohnen“ in Rinteln geht in die nächste Phase. Nachdem die Demografiebeauftragte Linda Ruppel vor zwei Jahren die ersten Interessenten zusammengebracht hatte und diese sich seit Mitte des vergangenen Jahres regelmäßig trafen, ging die Gruppe im Dezember mit einem Flyer an die Öffentlichkeit.

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Hier soll ein Bereich für gemeinschaftliches Wohnen entstehen. Sechs bis acht Wohneinheiten könnten auf dem Gelände des ehemaligen Asylheims entstehen.

Quelle: tol

Rinteln. Seit Januar ist die Initiative bei Facebook vertreten, und ab jetzt werden sich die Interessenten jeden zweiten Dienstag (18.30 Uhr) im Monat im Familienzentrum an der Ostertorstraße treffen.

 Ruppel und die Quartierplanerin Astrid Engel aus Minden waren von dem Interesse an dem Projekt überwältigt. 22 Interessenten erschienen am vergangenen Dienstag zum Treff. Die Demografiebeauftragte gab eine Einführung in das Thema und beantwortete die Frage, was nachbarschaftliches Wohnen in der Praxis meint. „Der erste Gedanke liegt nahe: Wohnen in einer Groß-WG. Menschen, die eigentlich in Gemeinschaftsräumen leben und sich nur, wenn sie genug haben, in ihre ,Höhle‘ zurückziehen. Aber so funktioniert das nicht“, sagt sie. Beim nachbarschaftlichen Wohnen betrachteten meist alle ihre Wohnungen als zentralen Wohnraum. Und im Gemeinschaftsraum treffe man sich, wenn man Lust auf Gesellschaft hat. „In der Gemeinschaft kann dann jeder seine Talente und Fähigkeiten einbringen, was eine große Bereicherung für das Wohnen und Leben aller darstellt“, so Ruppel.

 „Das Wohnprojekt soll durch einen Mix aus allen Generationen geprägt sein – und von Nachbarschaftshilfe, die in Kombination mit professioneller Hilfe zur Sicherstellung der Versorgung Pflegebedürftiger beiträgt“. Ein Miteinander könne bedeuten, dass Familien bei der Kinderbetreuung unterstützt würden, dass ältere Bewohner sich bei kleinen Reparaturen unterstützten oder dass die Mitbewohner mit „grünem Daumen“ den Gemeinschaftsgarten pflegten. „Jeder bringt seine Fähigkeiten in die Gemeinschaft ein und wird bei Bedarf von dieser unterstützt. Dadurch wird ein langes selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter möglich und Familien können Entlastung im Alltagsstress erfahren“, so Ruppel.

 Weil auch die Politik Interesse hat, auf dem Areal des ehemaligen Asylantenheims an der Waldkaterallee ein nachbarschaftliches Wohnprojekt umzusetzen, können interessierte Bürger mit der Gemeinnützigen Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft (GVS) solch ein Wohnprojekt planen und umsetzen. Gedacht ist ein Gebäude mit maximal sechs bis acht Wohneinheiten. Ansprechpartnerin für dieses Projekt ist Ruppel.

 Engel beantwortete die Frage, wie das nachbarschaftliche Wohnen realisiert werden kann. „Wir unterscheiden vier Phasen: Interessenphase, Planungsphase, Bauphase und Wohnphase.“ Die Interessentenphase beinhalte die Gruppenbildung, das Kennenlernen, die Formulierung der Interessen, die Herstellung von Verbindlichkeiten über Verträge und Finanzen, den Entwurf eines Zeitplanes, die Vereinbarung regelmäßiger Treffen, das Schreiben und Versenden von Protokollen, das Suchen von neuen Mitgliedern und von Grundstücken oder geeigneten Objekten. „Wir befinden uns derzeit in dieser Phase“, erklärte Engel.

 In der Planungsphase folge die Gründung eines Vereins oder einer Gesellschaft Bürgerlichen Rechts, die Wahl eines Bevollmächtigten der Gruppe, das Anlegen und Einzahlen auf ein Konto, das Suchen von Experten für Fachgebiete, die nicht selbst abgedeckt werden können, wie Architekt, Rechtsanwalt, Notar oder Finanzierungsexperte, das Sichern von Grundstücken oder Objekten, die Regelung des Gemeinschaftslebens und die Wahl eines Bewohnerrates, so Engel. Nach der Bauphase mit dem Ankauf eines Grundstückes oder Objektes und dem Bau der Wohneinheiten oder Umbau eines vorhandenen Gebäudes schließe die Wohnphase die Planung und Durchführung des Projektes ab. peb

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