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Natur im Hitzestress

Verdorrter Mais Natur im Hitzestress

Die ungewöhnlich späte hochsommerliche Hitze setzt der Natur mächtig zu. Seit sechs Wochen kein nennenswerter Regen, selbst die für Anfang September von den Wetterfröschen angekündigten starken Niederschläge zogen nach dem staubtrockenen August an Rinteln vorbei.

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Flachwurzler wie Hortensien überleben nur dank Gießkanne.

Quelle: jan

Rinteln. Gartenblumen haben Sonnenbrand, der Mais vertrocknet auf den Feldern, in den Gossen sammelt sich das trockene Laub der gestressten Straßenbäume, als hätten wir schon Herbst. Der Wasserwagen des Rintelner Bauhofs gehört längst zum Straßenbild, und die Waldbrandgefahr ist am Mittwoch auf Stufe 4 erhöht worden. „Das liegt insbesondere daran, dass der Waldboden so ausgetrocknet ist“, sagt Revierförster Holger Puls. „Ich achte jetzt ganz besonders darauf, dass das Rauchverbot im Wald, das vom 1. März bis zum 31. Oktober ohnehin gilt, strikt eingehalten wird.“

Buchen werfen vorzeitig Laub ab

Für die Bäume, die an normalen Hängen stehen, bleibe die derzeitige Stresssituation noch ohne große Folgen. Anders sehe es dagegen bei jenen Bäumen aus, die auf kargem Untergrund stehen, so Puls. Diese und ganz besonders die Buchen, die in diesem Jahr voll bis obenhin mit Bucheckern sind, was für sie eine zusätzliche Anstrengung bedeute, werfen vorzeitig Laub ab. „In den Folgejahren kann diese Schwächung zu Infektionen führen“, erläutert der Förster. „Dies ist äußerlich am Schleimfluss zu erkennen, einer schwarzen Flüssigkeit am Stamm.“

Für das frisch ausgesäte Wintergetreide auf den Äckern sind die extrem hohen Temperaturen oftmals tödlich. „Der nächtliche Tau sorgt zwar fürs Keimen“, sagt Kreislandwirt Cord Lattwesen, „doch tagsüber vertrocknen die jungen Pflanzen dann.“ Bei der noch laufenden Ernte gibt es vor allem Probleme bei den Zuckerrüben und bei den Kartoffeln. „Der Boden ist so trocken, dass die Rüben beim Roden zerbrechen, und die Kartoffeln, die nicht schnell genug vom Feld geholt werden, vertrocknen.“

Lieber Trockenheit als Regen

Verdorrt ist auch der Mais überall da, wo der Boden zu trocken ist. Ansonsten gelte für die Landwirte: lieber vier Wochen Trockenheit als vier Wochen Regen. „Und wenn jetzt wie angekündigt das Wetter umschlägt, besteht die Gefahr, dass es dann wieder zu lange regnet.“ Den Bauern könne es das Wetter eben nie recht machen, scherzt Lattwesen.

Caroline Fechner kommt seit Wochen aus dem Bewässern nicht heraus. Die Chefin des Pflanzenhofs in Krankenhagen rät Gartenbesitzern, vor allem Flachwurzler und frisch Gepflanztes feucht zu halten. „Bei diesem Wetter rollt mancher Rhododendron die Blätter ein und schmeißt sie ab.“ Dieser Flachwurzler wie auch die Hortensie benötigt bei anhaltenden Temperaturen über 30 Grad Wasser aus dem Gartenschlauch.

„Alle Pflanzen, deren Wurzeln einen Meter tief in die Erde reichen – etwa Rosen – kommen mit der Trockenheit klar. Sie holen sich allenfalls einen Sonnenbrand“, sagt Fechner. Viele ihrer Pflanzen stehen unter Kreis- oder Schwenkregnern, „den Rest muss ich per Hand wässern“. Von einer Dauerberegnung von Rasenflächen rät sie ab. „Keine Angst, selbst wenn er jetzt gelb ist, der Rasen regeneriert sich wieder.“ jan

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