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Junge Flüchtlinge in Rinteln Neue Nachbarn

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Tag der offenen Tür: Schaumburgs Rotkreuz-Vizepräsident Bernhard Schäfer und Vizepräsidentin Elke Klos (links) mischen sich unter die zahlreichen Besucher.

Quelle: jan

Rinteln. Ach ja, und zwischendurch natürlich Staub saugen, Tisch decken, abwaschen und auch mal zum Arzt. Der Alltag der neun „neuen Nachbarn“ von der Rotkreuz-Jugendhilfe an der Droste-Hülshoff-Straße in Rinteln klingt so wenig spektakulär wie wahrscheinlich der normale Tagesablauf der meisten Nordstadtbewohner um sie herum.

Sieben Jungen aus Afghanistan, einer aus Syrien, einer aus Ägypten – sie alle sind aus Kriegs- und Krisengebieten geflohen und ohne Familie und Verwandte in Deutschland gelandet. Wie es wirklich in ihnen aussieht, das werden die DRK-Sozial- und Diplom-Heilpädagogen, die Heilerziehungspfleger und auch die deutschen Nachbarn vielleicht nie erfahren. Eventuell aber auch doch – wenn sehr, sehr viel Vertrauen aufgebaut ist.

Mehr als die Hälfte der weltweit 65 Millionen Flüchtlinge ist noch keine 18 Jahre alt. Neun dieser jungen Menschen, alle im Alter zwischen 14 und fast 18 Jahren, haben nun in Rinteln eine Zuflucht gefunden, eine Zuflucht, die ein Zuhause sein soll, ein Zuhause mit eigenem Zimmer, mit Privatsphäre und festem sozialen Gefüge.

Viel Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit hilft

„Wir suchen noch einen schönen Namen für unsere Einrichtung“, sagt Tanja Hageleit. Gemeinsam mit Peter Stallmann, mit dem sie diese Einrichtung leitet, hat sie kürzlich Nachbarn und interessierte Rintelner eingeladen, sich das eine der beiden Doppelhäuser, die – wie berichtet – zu Zeiten des British Military Hospitals von Engländern bewohnt waren und heute der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gehören, anzuschauen. Gekommen sind zu diesem Tag der offenen Tür (die Türen des Hauses stehen eigentlich fast immer offen) auch die Vize-Präsidentin des DRK-Kreisverbandes, Elke Klos, Vizepräsident Bernhard Schäfer und der Geschäftsführer des Schaumburger Roten Kreuzes, Thomas Hoffmann.

 „Der DRK-Kreisverband Schaumburg hat mit der Eröffnung dieser Jugendhilfe-Einrichtung fremdes Terrain betreten“, sagte Hoffmann. „Aber die Jugendhilfeeinrichtungen sind gefordert, sich etwas einfallen zu lassen. Das Deutsche Rote Kreuz steigt deshalb dort mit ein. Wir entlasten damit andere Jugendhilfe-Träger. Und wir verfügen inzwischen über so viel Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit, dass wir uns das auch zutrauen.“

Die Schaumburger DRK-Vizepräsidentin sprach mit Blick auf die neue Einrichtung von einem Glücksfall. „Wir können den Jugendlichen zwar Familie und Heimat nicht ersetzen, aber wir können sie willkommen heißen“, sagte Klos. In Gesprächen mit den Nachbarn habe sie nur positive Reaktionen gehört. Schäfer zeigte sich gegenüber dieser Zeitung erfreut über den guten Zustand, in dem das DRK die beiden Doppelhäuser übernehmen konnte. „Die Umgebung ist schön, und den Garten hinterm Haus können die jungen Leute auch für sich nutzen.“ Das zweite Haus, das direkt neben dem ersten steht, soll übrigens am 1. August in Betrieb gehen. Dann zieht auch in dieses seit Langem leer stehende Gebäude wieder Leben ein, und die „neuen Nachbarn“ von heute sind vielleicht gar nicht mehr so neu.  jan

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