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Neue Pläne für den Brückentorkomplex

Stadtentwicklung bis zum Jahr 2030 Neue Pläne für den Brückentorkomplex

Den Brückentorkomplex abreißen, eine Weserbrücke eigens für Radfahrer und den Hafen langfristig zu einer hochwertigen Wohnanlage umbauen: Dies sind ein paar der kühnen Visionen, die Studenten der Hochschule Westfalen-Lippe in Detmold für die Stadtentwicklung in Rinteln bis zum Jahr 2030 entsponnen und dem Bauausschusses präsentiert haben.

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In dem Entwurf der Studenten für die Weserpromenade hat der Brückentorkomplex keine Daseinsberechtigung mehr.

Quelle: Grafik: pr.

Rinteln. Die Studenten Daniel Richter und Hendrik Verhülsdonk analysierten die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Stadt Rinteln. Zu den Stärken zählen demzufolge die historische Altstadt als identitätsstiftendes Herz Rintelns, die Weser und der Doktorsee, was vor allem touristisch bedeutsam sei.

 Als Schwächen nannten die beiden Studenten Sanierungsmissstände in der Altstadt und Leerstand, der – so ein Risiko – durch bestehende marode Gebäude noch befördert werde. Nachteilig sei zudem, dass Weser und Bahntrasse Rinteln aufspalteten. Zudem machten sie auch im Hafen an der Dankerser Straße Leerstände aus, was die Kommune langfristig im Auge behalten müsse, um daran anschließende Projekte, wie etwa Wohnanlagen, rechtzeitig angehen zu können.

 Größere Ortsteile wie Krankenhagen, Möllenbeck oder Steinbergen sollten noch stärker an das Stadtgebiet angebunden werden, etwa durch Baulückenschluss oder Wegeverbindungen. Aber auch die kleinen Ortsteile müssten unterstützt werden. Wie, ließen die Studenten offen. Gleichzeitig stellten sie jedoch die Förderung kleinerer Ortsteile rigoros in Frage und appellierten stattdessen an die Eigenleistung, aus der diese Dörfer vor Jahrhunderten ja auch heervorgegangen seien.

 Die Stadt Rinteln müsse nach Auffassung der Studenten noch stärker mit ihren Pfunden wuchern: die historische Altstadt, die das Herz Rintelns sei, noch mehr herausstellen, die Weser intensiver ins Stadtleben integrieren und die Infrastruktur auf alle Generationen ausrichten. Alle Maßnahmen müssten unter enger Einbeziehung der Bürger entwickelt werden. Es folgt eine Zusammenfassung der studentischen Zukunftsvisionen.

Weserpromenade: Der Brückentorkomplex als unansehnlicher Blickfang von der Hindenburgbrücke aus wird abgerissen und durch einen zeitgemäßen und niedrigeren Neubau ersetzt. So wird die Sicht auf die anschauliche Altstadt und den Blumenwall freigelegt. In diesem Zuge wird auch das Bruno-Kleine-Gebäude zumindest kernsaniert und mit einer neuen Fassade versehen, die sich besser in die historische Altstadt fügt als der jetzige Bau.

 Der den Brückentorkomplex ersetzende Neubau ist zu Blumenwall und Weser hin offen, mittig entsteht ein offener Platz mit gastronomischen Angeboten. Die Weser wird mit ans Ufer führenden Treppen erschlossen, die zum Verweilen einladen. Auf der gegenüberliegenden Weserseite nimmt der Weseranger-Parkplatz zu viel Raum ein. Der wird in Teilen zurückgebaut und entsprechend durch Grünflächen ersetzt.

Bahnhof: Der bis dato wenig einladende Bahnhof wird samt Vorplatz mit dem Bahnhof der historischen Eisenbahn verbunden, der Busbahnhof eingegliedert. Ferner können die Bahnsteige durch einen neuen Fußweg jetzt auch von der Nordseite aus erreicht werden. Der gesamte Bahnhofsbereich wird barrierefrei gestaltet. Der Parkplatz wird durch Neubauten für Kleingewerbe ersetzt und jenseits der Bahnhofsallee, nordwestlich, neu angelegt. Dort kann er multifunktional genutzt werden, etwa für Abendveranstaltungen.

Weserradweg: Der Radweg wird neu verlegt. Derzeit führt er an der Altstadt vorbei zum Doktorsee. Das ist touristisch kontraproduktiv. Über eine neue Weserbrücke für Radfahrer und Fußgänger – vergleichbar mit der Glacisbrücke in Minden –, die vom Campingplatz am nördlichen Ufer auf die Südseite und von dort zum Alten Hafen führt, werden die Radtouristen jetzt direkt in die Altstadt geleitet. Die leer stehende Jugendherberge wird zu einem Fahrradhotel umfunktioniert, speziell für Radtouristen. Rund um den Alten Hafen machen weitere Wege bis an die Weser die Promenade sowie das Fahrradhotel attraktiver – barrierefrei, versteht sich. Der aktuell bestehende Weg ist für Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren wenig anziehend.

Barrierefreiheit: Die Innenstadt wird vollends barrierefrei, damit alle wichtigen Anlaufstellen von jedermann erreicht werden können: vom Rathaus bis zum Bahnhof, schilderten die Studentinnen Janika Schäfersmann Jasmin Hoffmeister. Tische und Stühle vor den Gastronomien auf dem Marktplatz werden entsprechend umgestellt, Kundenfänger gibt es nicht mehr. Vor den Geschäften entsteht mehr Platz.

Leerstände: Der Leerstand in der an sich attraktiven Brennerstraße wird teilweise durch ein Mehrgenerationenhaus aufgehoben.

Wohnquartier südlich der Hartler Straße: Die Hochhäuser werden erhalten, aber renoviert, entwirft Student Kilian Inden. Teichanlagen samt Rundweg, ein zentrales Café, neue Wohnungsangebote und ein an den Sportplätzen entlang führender Fußweg in die Altstadt machen das Wohnquartier für Jung und Alt attraktiv.

Hafen: Wenn die Hafenarbeiten eines Tages ruhen, entsteht dort eine attraktive Wohnanlage, führt Inden weiter aus. Von den Wohnungen aus bietet sich ein weiter Blick ins Wesertal, der Bahnhof ist durch zusätzliche Gehwege auch gut zu Fuß zu erreichen. An der Spitze der bestehenden Halbinsel steht ein Aussichtsturm. Von der Hindenburgbrücke ist die Wohnanlage durch eine Verlängerung der Weserpromenade zu erreichen. pk

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