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Neujahrsempfang

Hölle statt Paradies für Terroristen Neujahrsempfang

Den Selbstmordattentätern im Namen des Islam winken angeblich Plätze im Paradies mit einer Vielzahl von Jungfrauen als Lohn für ihr irdisches Opfer. „Alles falsch“,

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Von Safari und Jugendarbeit

Pastorin Sabine Schiermeyer (links) und Imrtraut Brendel, Vorsitzende des Kirchenvorstands von St. Nikolai, danken Horst Kohlmeier.

Quelle: dil

Rinteln. erklärte Salih Alinak von der muslimischen Gemeinde in Rinteln gestern beim Neujahrsempfang der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Weserstadt. Er präzisierte: „Im Koran ist niedergelegt, dass ein Mensch in die Hölle kommt, wenn er andere tötet oder sich dafür selbst umbringt. Im Koran steht nicht, dass man dafür ins Paradies kommt. Wir hoffen, dass der Verstand bei den Terroristen wieder einkehrt. Wir wünschen der Menschheit Frieden und Gesundheit.“

Vor rund 200 Gästen des Neujahrsempfangs rief Alinak zu mehr Verständnis unter den Religionen auf. Im Irak und in Syrien würden ja nicht nur Christen verfolgt, auch Moslems würden vernichtet, wenn sie nicht die Ansichten des „Islamischen Staates“ teilen. Er lud deshalb zum Besuch der Rintelner muslimischen Gemeinde ein. Terror sei nicht eine Frage von Nation oder Religion, sondern gehe von Menschen aus, die nur ihren Willen durchsetzen wollen. „Das vergangene Jahr hat auch viele Moslems bei uns verzweifeln lassen. Diese Attentäter und Terroristen haben aber nichts mit unserer Religion zu tun.“

Zuvor hatte Pastor Wolfram Wiemer (Exten-Hohenrode) in seiner eigenen Angaben zufolge ersten und wegen baldigen Ruhestands wohl auch letzten Predigt in St. Nikolai darauf hingewiesen, dass Gott sich angesichts des Leides und Terrors in der Welt offenbar in Schweigen hülle. Aber es brauche in einer von Stimmen und Stimmungen überreizten Welt wohl erst Raum und Stille, um ihn zu hören. Gott habe aber dazu aufgerufen, seinem Sohn Jesus zuzuhören und die Kreuzesnachfolge anzutreten, auch in Zeiten, wo Christen sich sogar hierzulande für ihren Glauben auf Partys rechtfertigen müssten: Wiemers Appell: „Steht auf und habt keine Angst.“

Pastor Dirk Gniesmer erinnerte später daran, dass die Auswirkungen der religiösen Konflikte der Welt Rinteln schnell erreichen: „Ich hatte nicht gedacht, dass ich 2015 Christen aus dem Iran taufen und aus dem Irak im Gottesdienst begrüßen würde. Seien wir in den Gemeinden Orte, in denen Menschen Frieden finden und willkommen geheißen werden.“ Es gebe keinen Grund, mutlos zu werden. „Hoffnung, Humanität, Nächstenliebe und die unsterbliche Kraft des Christentums können helfen. Tröstlich ist: Es gibt ja auch gute Entwicklungen, die langfristig wirksam sind, sie machen nur nicht so große Schlagzeilen in den Medien.“

Bürgermeister Thomas Priemer sagte: „Möge das neue Jahr besser werden als das alte. Das sollte Anspruch und Forderung sein, für unsere Demokratie und Freiheit einzutreten, Freiheit, die man uns gerade nehmen will. Das gute Leben auch in Rinteln ist nicht selbstverständlich.“ Er danke allen, die die Herausforderung, den vielen Flüchtlingen zu helfen, mit angenommen hätten. „Wir haben bereits 1000 Flüchtlinge in Rinteln, etwa 300 davon werden wohl bleiben.“

Gerald Sümenicht, Krankenhäger Ortsbürgermeister, sagte: „Wir sind zwar alle Weltbürger, aber auch Einwohner der Stadt und ihrer Ortsteile. Wir danken den Kirchengemeinden, dass sie die örtliche Gemeinschaft unterstützen. Engagieren Sie sich bitte weiter.“ Und an alle Einwohner gerichtet: „Wir haben dieses Jahr Kommunalwahl, gehen Sie hin.“ Als Stärkung der Demokratie.

Zu einer Danksagung und Verabschiedung baten Sabine Pastorin Schiermeyer und Irmtraut Brendel als Vorsitzende des Kirchenvorstandes von St. Nikolai, Horst Kohlemeier, nach vorn. Dieser war seit 1994 in diesem Gremium – und besonders im Bauausschuss aktiv. Brendel dankte dem Bauingenieur: „Wir haben von seiner Kompetenz profitiert, auch bei Reparaturen, deren Koordination und der Beschränkung auf das Nötige. Er war ein wichtiges Verbindungsglied zur Stadtverwaltung, immer ein engagierter Ansprechpartner und Mittäter. In der Jugendarbeit hat er sich bei der Organisation der ,Langen Nacht der Konfis‘ eingesetzt. Zum Glück können wir noch etwas auf seinen Rat hoffen.“

Kohlmeier zieht an die Nordsee (Büsum). Ulrich Goebel und Erich Requardt überreichten ihm als Reiseproviant eine Kiste Dithmarscher Bier („Das liebt er wegen dem Plopp“) und mehrere Krabbenbrötchen als Vorgeschmack auf eine Spezialität Büsums.

Musikalisch wurde der sehr gut besuchte festliche Gottesdienst gestaltet von Kantorin Daniela Brinkmann, einem Projektchor sowie einem Projektbläserchor, jeweils aus der Region, letzterer unter der Leitung von Landesposaunenwart Henning Herzog. dil

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