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Nichts Neues vom Planer

Wie geht es weiter mit der Prince Rupert School? Nichts Neues vom Planer

Wie geht es weiter mit der Prince Rupert School, wenn die Flüchtlinge wieder weg sind und die ehemalige britische Schule nicht mehr als Flüchtlingsheim gebraucht wird? Was könnte man mit den beiden großen Sportflächen in der Nordstadt anfangen, die die Briten hinterlassen haben? Eine Antwort darauf soll das Planungsbüro Junker aus Dortmund geben.

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 Blick hinter den Zaun der Prince Rupert School: Noch wird sie als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt. Aber wie lange noch?

Quelle: wm

Rinteln. Die Ingenieure Rolf Junker und Nicole Pöppelmann präsentierten am Dienstagabend im Rintelner Brückentorsaal etwa 40 Bürgern erste Überlegungen. Überraschend oder sogar der große Wurf waren sie nicht: Wohnungen, ein Nahversorger, ein Nordstadtzentrum, Sportanlagen, touristische Angebote oder ein Beherbergungsbetrieb könnten auf den Flächen von rund 13 Hektar entstehen, offenbarte Junker den Zuhörern.

 Und mancher im Saal fragte sich, ob es eines gut bezahlten Planungsbüros bedurft hätte, um zu solch bahnbrechenden Erkenntnissen zu gelangen. Ideen, die längst auch unter Kommunalpolitikern diskutiert worden sind.

 Dann brachte der Stadtplaner noch eine „überregionale Einrichtung“ ins Spiel – auch dies, ohne konkret zu definieren, was das denn sein könnte. Er räumte aber gleichzeitig ein, dass es dabei unter den Städten bereits einen enormen Wettbewerb gebe. So etwas müsste man „aktiv vermarkten“ – und dazu brauche man einen langen Atem.

 Die Zuhörer, darunter Kommunalpolitiker wie Gert Armin Neuhäuser, Helma Hartmann-Grolm und Kay Steding, zerpflückten den Ideenstrauß weiter. Kein Vorschlag der Planer, hinter der nicht mehrere Fragezeichen stehen.

 Wohnen? Aber wie? Geschosswohnungsbau stößt auf wenig Gegenliebe, wenn, dann Eigenheime. Aber gibt es dafür überhaupt noch einen Markt angesichts des demografischen Wandels, des Trends vor allem von Senioren zurück in die Innenstadt? Wodurch wiederum Eigenheime an der Peripherie auf dem Markt kommen. Die Grundstücke der letzten großen Baugebiete sind eher schleppend verkauft worden. Und dann gibt es noch als Konkurrenz in der Nordstadt das Baugebiet Bockskamp mit 23 Bauplätzen.

 Dann wäre da ein noch ungelöstes Verkehrsproblem. Schon heute, klagten Nordstadtbewohner, habe der Verkehr nach Eröffnung des Einkaufszentrums Tonkuhle erheblich zugenommen. Auf Straßen, die dafür nicht ausgebaut sind und zu schmale, marode oder keine Bürgersteige haben.

 Ein Nahversorger für die Nordstadt? Rinteln hat bereits genug Einzelhandelsflächen. Vorstellbar wäre allenfalls ein Bäcker, so die Meinung der Bürger, die sich zu Wort meldeten.

 Ein Beherbergungsbetrieb für Wanderer und Radfahrer, die auf dem Weserradweg unterwegs sind? Am Hang, wo es steil bergauf geht, weit weg von der Innenstadt? Welcher Investor würde dieses Risiko eingehen? Eine touristische Einrichtung? Hat Rinteln bereits in der Innenstadt.

 Auch für einen „urbanen Ortsmittelpunkt Nordstadt“ konnte sich kaum ein Zuhörer begeistern, die auch dabei das Konkrete vermissten: Was soll dort entstehen? Ein kleiner Markplatz, eine Grünanlage?

 Auch die Sportanlagen, die der Planer in der Nordstadt als Option sah, hat Rinteln – und sofort würde sich die Frage nach der Trägerschaft und den damit verbundenen Kosten stellen. Ob dort ein privater Investor das fünfte Fitnessstudio eröffnen will? Man darf es bezweifeln.

 Architekt Werner Degert schlug in der Diskussion vor, die vorzüglich ausgebaute Prince Rupert School künftig wieder als Bildungseinrichtung zu nutzen. Warum auch das viel Geld kosten würde, erläuterte Neuhäuser: Die Schule sei nach britischen Maßstäben gebaut mit Klassenräumen für 15 Schüler, nicht für 28 wie bei uns üblich. Ergo: Man müsste umbauen.

 Die alles entscheidende Frage wurde in der rund zweistündigen Infoveranstaltung nicht gestellt: Wird die Flüchtlingsunterkunft tatsächlich zum Ende des Jahres geräumt, wie angekündigt? Oder wird das Heim, wenn neue Flüchtlingsströme zu uns kommen, doch weiter gebraucht? Warum sollte das Land eine gut funktionierend Einrichtung aufgeben? Noch gehören Schule wie die ehemaligen Sportplätze der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).

 Steding plädierte deshalb für Weitsicht: Es gehe um Planungen für die nächsten zehn bis 30 Jahre. Das ginge nur Schritt für Schritt. Das hört sich nach Plänen an, die zunächst in der Schublade verschwinden.  wm 

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