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Nicole Jäger ist nun Bestsellerautorin

Rintelner Autorin bei Talkshow zu Gast Nicole Jäger ist nun Bestsellerautorin

Es kommt nicht oft vor, dass jemand aus Rinteln durch Fernseh-Talkshows (vorgestern erst bei Markus Lanz) tingelt. Noch seltener, dass so eine Person ein Buch schreibt, das sich schon sechs Wochen in der Spiegel-Bestsellerliste hält (Kategorie Taschenbuch-Sachbuch). „50000 Bücher und E-Books haben wir schon verkauft“, sagt Pressereferentin Anne-Claire Kühne vom Rowohlt-Verlag.

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 Bis Spätsommer 2014 lebte Nicole Jäger in der Rintelner Nordstadt.

Quelle: dil

Rinteln. In Buchläden liest diese Person inzwischen aus ihrem Erstling „Die Fettlöserin – Eine Anatomie des Abnehmens“. Es geht um Nicole Jäger, die blonde Wuchtbrumme vom Sophie-Hedwig-Weg in der Rintelner Nordstadt. Ende Juli 2014 stellte diese Zeitung sie noch am Beginn ihrer Karriere vor dem ersten Auftritt in einer ZDF-Dokumentation vor.

 Der Rowohlt-Verlag freut sich über seine neue Erfolgsautorin, die laut Pressestelle „ausspricht, was die Menschen interessiert“. Sie weiß, was es heißt, übergewichtig zu sein und abnehmen zu wollen. Von 340 auf 168 Kilo hat sie schon abgenommen, gibt nun Tipps für alle, denen es ähnlich geht. Ihre Auftragsbücher sind voll – und jetzt also ein Buch, herausgekommen Mitte Dezember. Darin erzählt Jäger ihre ungewöhnliche Geschichte authentisch, frech und unterhaltsam. Sie tingelt jetzt von Lesung zu Lesung durch die Republik und hat sogar ein Bühnenprogramm: „Ich darf das, ich bin selber dick“, in kleineren bis mittelgroßen Theatern und Hallen fast immer ausverkauft. Rinteln steht noch nicht auf ihrer Liste, aber sie hätte noch Termine zu vergeben.

 Bei so viel Erfolg wurde ihr Rinteln bald zu klein. Jäger lebt mit ihrem Mann inzwischen in Hamburg. Sie studierte Sprachwissenschaften und Gebärdensprache, schloss eine Ausbildung zur Heilpraktikerin ab. Heute arbeitet sie als Ernährungsberaterin und Personal Coach.

 „Ich war Mitte 20, sah unmöglich aus und fühlte mich schrecklich. Ich konnte vor Rückenschmerzen kaum laufen und war so beweglich wie eine Wanderdüne. Im Krankenhaus sagte man mir, mein Gewicht läge bei weit über 340 Kilogramm“, erzählt Jäger. „Das konnte einfach nicht sein. Ich kaufte mir also Waagen. Zwei. Denn eine allein, selbst wenn sie bis 250 Kilo ging, zeigte mein Gewicht nicht an.“

 Gute acht Monate später waren es 315 Kilogramm. „Seit diesem Tag habe ich über 160 Kilo abgenommen und bin noch lange nicht am Ziel – und erst recht nicht am Ende.“ Es gehe eben doch. „Und das will ich zeigen: ohne Operationen, ohne zu hungern, ohne dauerhaften Verzicht, ohne Pillen, dafür aber mit Sport, Ernährung, Wissen, Aufklärung, viel, viel Ehrlichkeit und vor allem einem Augenzwinkern. Ich bin die Fettlöserin. Und wenn ich es kann, dann kann es jeder.“

 Ihr Buch sei kein Abnehm-Ratgeber. „Dieses Buch ist für dicke Menschen. Für schlanke Menschen. Dieses Buch ist für Menschen, die fette Menschen hassen, und es ist für all jene, die sich selbst hassen. Dies ist ein Buch für In-die-Tasche-Lügner und für Satthaber und Nie-satt-Werder.“ Und auf den 250 Seiten findet sich kein einziger Diät-Tipp.

 Jäger will „nicht der Gewichtsklugscheißer vom Dienst“ sein, pocht auf ihre Kompetenz aus eigener Erfahrung: „Und solange ich weiter abnehme und erfolgreich arbeite, werde ich auch weiter der Abnehm-Welt auf den Sack gehen.“

 Jäger beantwortet außerdem Fragen, die manche Phantasie schon lange plagen. Haben Dicke Sex? „Worauf Du Dich verlassen kannst, und zwar genauso gern oder ungern, langweilig oder dreckig, experimentierfreudig oder einschläfernd wie alle anderen Erwachsenen auch.“ Dass Männer aber kategorisch nicht auf dicke Frauen stünden und wenn, dann gleich Fetischisten seien, „ist Unfug“, so Jäger. „Männer stehen auf schöne Frauen, auf geile Frauen, auf kurvige Frauen, auf schlanke Frauen, auf kluge Frauen oder auf Frauen, die nicht so viel reden. Männer, die auf Frauen stehen, stehen halt auf Frauen.“

 Und was nervt Dicke im täglichen Leben am meisten? „Drehkreuze beispielsweise, wie es sie vor nicht allzu langer Zeit noch in jedem Supermarkt gab. Vorzugsweise schön klein und eng, sodass ich sie beim Durchgehen gleich mal mitnehme. Früher passierte mir das tatsächlich.“

 Ganz anders, aber nicht minder lästig sei es bei Flugreisen. „Ich fliege recht regelmäßig, und wirklich jedes Mal kann ich hinterher ein Lied davon singen, wie merkwürdig es bisweilen ist, als dicker Mensch ein Flugzeug zu betreten.“ In den Gesichtern könne sie dann Gedanken lesen wie: „Hoffentlich hat die nicht den Platz neben mir.“

dil

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