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Noch 25 weitere Ideen?

Umgehung der B83 Noch 25 weitere Ideen?

Die Reaktion der Bürgerinitiative Ortsumgehungen Steinbergen (BIOS) auf die Verlautbarung von Politik und Verwaltung, für eine Umgehung der Bundesstraße 83 gebe es keine machbare Trasse, hat volle fünf Tage auf sich warten lassen. Dafür fiel sie jetzt aber auch umso deutlicher aus.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Rinteln. Die Bürgerinitiative sei „entsetzt“ über die Erklärung der Stadt Rinteln, bei der B83 solle es beim Status quo bleiben, teilte BIOS-Sprecher Jens Wienecke mit.

Wienecke betont darüber hinaus, er habe den Eindruck, eine „Bürgerbeteiligung sei nicht erwünscht“. „Wir, die BIOS, sind mit der Botschaft der Stadt – lieber keine Lösung – nicht zufrieden. Dies ist nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger und der Wirtschaft in der Region.“

Wienecke unterstellt der Stadt dabei indirekt ein falsches Spiel, denn die jetzt von der Verwaltung vorgelegten gleichartigen Trassen-Entwürfe seien von der Bürgerinitiative bereits im Oktober des Jahres 2016 als „inakzeptable Lösung“ betrachtet worden. Vor allem die Varianten durch Engern sowie die Trasse über die sogenannte „Liegewiese“ in Steinbergen habe auch BIOS von vorherein als untauglich angesehen. Auch die Bürgerinitiative wolle nicht, dass der Verkehr in andere Ortsteile verschoben werde.

BIOS wirft der Stadt vor, Geld verschleudert zu haben

Schon damals hätten die alternativen Entwürfe der BIOS der Stadt vorgelegen, ebenso dem Planungsbüro Vössing in Hannover. Die Rintelner Verwaltung habe damals aber das Planungsbüro auf die jetzt drei geprüften Trassenvarianten beschränkt. Genau die Trassen, die jetzt von der Verwaltung und der Politik abgelehnt worden seien.

Wienecke ist der Meinung, die Stadt habe hier eine erhebliche Summe „verschleudert“, ohne eine „umsetzbare Lösung, die zu einer baureifen Planung führt“, präsentieren zu können.

Zumindest in diesem Punkt sind sich die BIOS und die konkurrierende Bürgerinitiative Schutzgemeinschaft Steinberger Landschaft einig. Deren Sprecher Markus Schwenk hatte bereits geäußert, er halte die 40000 Euro für die Trassenuntersuchung für „rausgeschmissenes Geld“. Damit versuchten Kommunalpolitiker nur, sich hinter Experten zu verstecken. Schwenk war gestern für eine Stellungnahme zur aktuellen Entwicklung nicht zu erreichen.

An 28 Trassenvarianten und „vielen Teillösungen“ arbeite der Arbeitskreis der BIOS, berichtet Wienecke. Rechne man die drei Varianten ab, die bei der Prüfung durchgefallen seien, würden noch 25 mögliche Alternativen bleiben. Wo diese verlaufen könnten, wollte Wienecke trotz mehrfacher Nachfrage gestern in einem Telefongespräch nicht weiter erläutern. Nur so viel: Einige Varianten lägen der Verwaltung bereits vor, man müsse eben „großräumiger denken“, als es die Verwaltung getan habe. Weitere Details wollte Wienecke nicht nennen.

Optimale Trasse aus 25 Varianten

Der BIOS-Sprecher betonte, die Idee sei doch, aus der Vielzahl der möglichen Trassen diejenige herauszufinden, die bei den Naturschutzbelangen, den Anwohnern und auch finanziell die „größtmögliche Akzeptanz“ erzielt. Er stelle sich dabei vor, dass man aus den verbleibenden 25 Varianten und Teillösungen wie bei einem „Baukastensystem“ die optimale Trasse zusammenstellt.

Was Wienecke möglicherweise überlesen hat: In der Mitteilung der Verwaltung (von uns veröffentlich) ist bereits ausdrücklich vermerkt, dass zwar nicht mehr als drei Varianten im Detail geprüft und durchgerechnet worden seien, man sich aber selbstverständlich auch die Ideen der BIOS angeschaut habe.

Dazu stellte die Verwaltung fest: Weitere von der Bürgerinitiative vorgeschlagene Varianten, die noch weiter südlich oder östlich um Steinbergen herumgeführt werden sollten, habe man nicht „näher“ betrachtet, „da sie einerseits den Bezug zur Ortslage Steinbergen nicht mehr gewährleisten und insbesondere bei den östlichen Varianten über den Deckberger Pass umfangreiche Baumaßnahmen im eigentlich nicht betroffenen Auetal nach sich ziehen würden“.

Schutzgemeinschaft wundert sich über Geheimniskrämerei

Wienecke sieht das wohl anders, für ihn ist alles letztlich auch eine Frage des Geldes. Er verwies gestern in dem Telefongespräch darauf, dass es auch in Lüdge möglich gewesen sei, für 35,5 Millionen Euro einen Tunnel zu bauen (Wienecke meint den 850 Meter langen Emmerauen-Tunnel, der 2010 eingeweiht wurde).

Bei der „Schutzgemeinschaft Steinbergen“ wundert man sich über die Geheimniskrämerei der BIOS, hat den Eindruck, die BIOS spiele bewusst „mit verdeckten Karten“, wie das Matthias Lorenz gestern in einem Telefongespräch formulierte. Warum sonst sollte die BIOS nicht die weiteren 25 Varianten nennen, wenn es sie denn gebe? Denn auch die Bergstraßen-Anwohner wüssten nämlich ganz gerne, welche mögliche Trasse man sich für eine Umgehung der B83 noch vorstellen könnte, über die noch nicht diskutiert worden ist. wm

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