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Noch Hänseln oder schon Mobbing?

Rinteln/ Beratung Noch Hänseln oder schon Mobbing?

Mobbing, Ausgrenzung und Gewalt sind nicht neu an Schulen, aber die Formen werden immer vielfältiger. Handy und Computer bieten dazu ebenso Gelegenheit wie vermeintliche Überlegenheit an Körperkraft oder einfach nur die Überzahl.

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Haltung zeigen, sich wehren, Mobber nicht ignorieren, das raten den Schülern Daniela (von rechts) und Günter Frese von der Kulturschule Leipzig. 

Quelle: dil

Von Dietrich lange Rinteln. Liebeskummer, Enttäuschung, Frust, Ausländerfeindlichkeit oder manchmal nur Langeweile sind oft die Motive. Dagegen kann man etwas tun, Opfer können und sollten sich wehren, raten Daniela und Günter Frese von der Kulturschule Leipzig den mehr als 250 Schülern im Forum des Gymnasiums Ernestinum: „Mobbing und Mobber auf keinen Fall ignorieren.“

 Freizügige Bilder von der Ex-Freundin im Internet versenden oder gefilmte Rempeleien auf dem Schulhof, solche Beispiele nennen die beiden Experten. Sie wollen wissen, wie man sich wehren kann. Ein Mädchen sagte eher schüchtern: „Die Schule wechseln.“ Und unter welchen Umständen zurück an die Schule? „Wenn es dort tolle Mädchen gibt“, sagte ein sichtbar selbstbewusster Mitschüler lachend. Und viele der Schüler der 6. Klassen von Gymnasium und Oberschule aus Rinteln kennen Beispiele für Mobbing. Aber sie beklagen auch, dass sie nicht immer Verständnis finden, wenn sie sich über Mobbing beschweren.

 Daniela und Günter Frese stellen aber klar, dass es besser ist, Hilfe zu suchen, als den Kummer in sich hineinzufressen. In der Schule Lehrer ansprechen, im Freizeitbereich die Eltern informieren, sind zwei ihrer Ratschläge.

 „Damit in den Köpfen etwas passiert“, nannte Frank Hagen, Beratungslehrer an der Oberschule, einen Grund, die Leipziger zu engagieren. Er versuche, an seiner Schule das Klassenklima zu erkunden und positiv zu beeinflussen. Mobbing sei da zunehmend ein Thema. Dies bestätigt auch Sylvia Bohlen, Koordinatorin für die Sekundarstufe 1 am Gymnasium. Beide betreuten die Aktion. Am Gymnasium wird in den 7. Klassen das Thema noch einmal vertieft. Aber schon jetzt wird mithilfe von Informationsunterlagen der Kulturschule Leipzig eingehender an dem Thema gearbeitet.

 Aber beide Lehrer warnen auch vor Überreaktionen. „Durch die vielen Berichte über Cybermobbing im Internet werden uns jetzt auch schon harmlose Hänseleien als Mobbing gemeldet“, sagt Hagen. „Wichtig ist bei dieser Aktion deshalb, Mobbing als solches zu erkennen und sich richtig wehren zu können.“ Bohlen ergänzt: „Das Klima in einer Klasse ändert sich im Laufe der Zeit. Da muss man als Lehrer schon mal reingrätschen. Am Gymnasium haben wir ebenfalls zwei Beratungslehrer für solche Themen.“

 Wie gehe ich richtig mit Mobbingverdacht um, damit nicht gleich die Polizei kommt? Was passiert, wenn mir sogar das Töten angedroht wird? Auch bei solchen Fragen rieten die beiden Leipziger, sich bei Erwachsenen Rat zu holen.

 Und schließlich kan die Rede auch auf Facebook. „Man hat dort nur Freunde, wenn man sie auch wirklich kennt“, warnte Daniela Frese. „Deshalb dort nur Fotos und Informationen veröffentlichen, die alle sehen dürfen – und das auch noch in zehn Jahren.“ dil

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