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Noch immer keine Bagger an den Gleisen

Rinteln / Eidechsen Noch immer keine Bagger an den Gleisen

Noch immer keine Bagger am Gleis der Rinteln-Stadthagener Eisenbahn, keine Baumaschinen am geplanten Kreisel Konrad-Adenauer-Straße: Die Eidechsen sind aber nicht Schuld.

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Noch immer keine Bagger am Gleis der Rinteln-Stadthagener Eisenbahn.

Rinteln. Sie haben ihren Umzug vom Süden in den Bereich nördlich der Bahngleise hinter sich. Die mit ihrer Beobachtung beauftragte Biologin Karin Bohrer sagt: „Ich habe der Stadt Rinteln schon Mitte Juni signalisiert, dass aus Sicht der Eidechsen nichts mehr gegen die Verlegung der Gleise spricht.“ Aber gerade dafür fehlt der Stadt noch die Genehmigung der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover, teilt Erster Stadtrat Jörg Schröder mit.

 Der Tunnel aus Holz vom Südhang des Bahngleises zum Nordhang ist bis auf Reste auf dem Scheitel des Bahndamms bereits wieder abgebaut. Eine Rückkehr in ihr altes Siedlungsgebiet ist den geschätzt 100 Eidechsen nicht mehr möglich. „Und dort habe ich auch keine mehr gefunden, sonst hätte ich sie gefangen und rübergetragen“, sagt Bohrer.

 Eine Zählung am neuen Standort sei auch erst 2014 vorgesehen. „Die Tiere sind sehr scheu und sonnen sich nur kurz an offenen Stellen. Wenn es zu warm wird, verkriechen sie sich wieder, denn sonst wären sie ihren Fressfeinden ausgeliefert“, fährt Bohrer fort.

 Am alten Standort waren 29 Fundpunkte kartiert worden, in der Regel geht man vom Drei- bis Vierfachen als Gesamtpopulation aus. „Neu Kartieren heißt dann, über sechs Begehungen in bestimmten zeitlichen Abständen zwischen April und Oktober den Bestand systematisch erfassen“, erklärt Bohrer.

 Bevor die Entlastungsstraße gebaut werden kann, müssen erst das Bahngleis nach Norden verschoben und ein Teil des Bahndamms mit einer Stützmauer befestigt werden. Dafür ist laut Schröder eine eisenbahnrechtliche Genehmigung der Landesbehörde einzuholen. „Das ist vom Umfang der Unterlagen fast so wie das bisherige Genehmigungsverfahren, und immer wieder mussten auf Bahnaspekte zurecht geschneiderte Aspekte nachgeliefert werden“, sagt Schröder. „Jetzt müsste aber alles komplett in Hannover sein.“

 Die Fördermittel aus dem Entflechtungsgesetz, die Bund und Land in Höhe von insgesamt 60 Prozent zu dem 3,4-Millionen-Euro-Projekt bewilligt haben, fließen also noch nicht. Sie sind für 2013 und 2014 bereitgestellt, ein Abschluss der Maßnahme im nächsten Jahr ist also erforderlich. Dafür darf der Beginn aber in diesem Jahr nicht zu spät liegen. Die Ausschreibung der Aufträge wird deshalb bereits vorbereitet.dil

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