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„Noch ist es wie ein langer Urlaub“

Seit 100 Tagen ist Karl-Heinz Buchholz nicht mehr Bürgermeister in Rinteln „Noch ist es wie ein langer Urlaub“

Frühstück mit Inge und Karl-Heinz Buchholz. Inge Buchholz hat schon den Tisch gedeckt. Karl-Heinz kümmert sich derweil um den Kaffee. Es ist 9 Uhr, auch Pensionäre stehen früh auf.

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Nach dem Frühstück hackt Ex-Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz Holz für den Kachelofen.

Quelle: tol

Von Hans weimann Möllenbeck. Karl-Heinz Buchholz ist jetzt seit gut 100 Tagen Bürgermeisterpensionär, seit Anfang des Jahres Ehrenbürgermeister der Stadt Rinteln. Ein Anlass, nachzufragen, wie sich das nach 17 Jahren im Amt anfühlt. „Gut“, sagen beide, „noch ist es wie ein langer Urlaub.“

 Was hat sich zuerst verändert nach dem Abschied im Oktober? Buchholz lacht, in der Zeitung lese er jetzt zuerst die Sportseiten, dann die Politik. Keine Besuche mehr im Rathaus? Buchholz schüttelt den Kopf: Aus der Kommunalpolitik halte er sich raus, es sei denn, „jemand ruft an, weil er etwas wissen will“. Keine Sehnsucht nach dem vollen Terminkalender, den Sitzungen bis spät in die Nacht? „Auf keinen Fall“, sagt Buchholz.

 Die Buchholz haben im Ruhestand ausprobiert, was man eben macht, wenn man gerade pensioniert ist: eine Kreuzfahrt. Keine Weltreise, aber immerhin eine Schiffsreise rund um die Kanaren. Dann war so schlechtes Wetter, dass der Kapitän nicht mehr ablegen wollte und das Schiff einen Tag länger im Hafen blieb, als geplant. Und Inge Buchholz erzählt, Karl-Heinz habe die Schaukelei nicht so viel ausgemacht, „aber ich war heilfroh, als ich in Teneriffa wieder festen Boden unter den Füßen hatte“.

 Dann doch lieber Ski fahren im geliebten Südtirol, das ist Tradition. Immer derselbe Ort.

 Die zweite Tasse Kaffee und die nächste Frage: Was ist mit dem Rest der Welt? Neuseeland, sagen beide, würde sie als Fernziel noch reizen. Und Ostpreußen? Wo Inge Buchholz herkommt, wo sie schon viele Urlaube verbracht haben? „Wir haben tatsächlich darüber nachgedacht“, sagen beide, „ob wir dort was kaufen sollten, uns sogar schon ein Grundstück angesehen. Aber: „Das ist einfach zu weit.“ Gute Vorsätze gibt es auch: mehr Radfahren im Frühjahr und im Sommer. Jetzt ist dafür Zeit. Keine Abendtermine mehr.

 War es die richtige Entscheidung, jetzt aufzuhören und nicht noch einmal sieben Jahre an der Spitze der Verwaltung weiterzumachen? „Ich denke schon“, sagt Karl-Heinz. „Auf alle Fälle“, bekräftigt ihn Inge. Also haken wir nach: Ständen einem ehemaligen Bürgermeister mit langjähriger Erfahrung und so vielen Kontakten nicht alle Türen offen für ein ehrenamtliches Engagement? Buchholz zögert: Mal sehen, sagt er, doch feste Pläne habe er noch keine.

 Noch gibt es viel zu tun. Auch im Haus. Er will jetzt seinen Schreibtisch aufräumen, Papiere sichten. Doch jetzt, nach diesem guten Frühstück, geht Karl-Heinz Buchholz erst mal mit der Axt ums Haus – Holzhacken für den Kachelofen. wm

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