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Non-Profit-Gedanken in Fußgängerzone verlagern

Rinteln / Eine-Welt-Laden Non-Profit-Gedanken in Fußgängerzone verlagern

Die Bäckerstraße ist um einen Laden ärmer, die Klosterstraße um einen reicher. So setzt sich ein trauriger Trend fort: Immer mehr Geschäfte in den Nebenstraßen, jenseits der Fußgängerzone, suchen das Weite. Entweder wegen Geschäftsaufgabe, was meist eher der Fall ist. Oder, was weitaus seltener vorkommt, der Einzelhändler zieht aus der Abseitsposition in den Nebenstraßen in die Fußgängerzone. Ein Geschäft, das genau diesen Schritt gerade gewagt hat, ist der Eine-Welt-Laden: raus aus der Bäckerstraße 60, rauf auf die Rintelner Einkaufsmeile.

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Ziehen von der Bäckerstraße in die Klosterstraße: die Mitarbeiter des Eine-Welt-Ladens.

Quelle: pk

Rinteln (pk). Dass ausgerechnet der Eine-Welt-Laden diesen Schritt wagt, mutet dann aber doch etwas seltsam an. Schließlich handelt es sich dabei um ein Geschäftsmodell, das nicht an Profit orientiert ist. Das funktioniert, indem der Laden von einem Verein von derzeit etwa 20 Mitgliedern geführt wird – die allesamt ehrenamtlich arbeiten, erzählt eine von ihnen, die besonders häufig hinter der Ladentheke steht: Jilla Wowra.

„Wir wollen in die Klosterstraße, weil uns hier einfach die Laufkundschaft fehlt. Selbst Rintelner kennen uns oft nicht, sondern entdecken uns nur zufällig und staunen dann, dass es in Rinteln tatsächlich einen Eine-Welt-Laden gibt“, schildert Wowra einen Grund des Umzugs.

Natürlich hoffen die Mitarbeiter des Eine-Welt-Ladens in der Klosterstraße auch auf größeren Umsatz. „Aber nicht um uns etwas in die eigene Tasche zu wirtschaften“, sagt Gaby Edling. Vielmehr gehe es darum, die fair gehandelten Produkte und die Idee hinter dem Eine-Welt-Laden auf diesem Wege besser vermitteln zu können. Gleichzeitig komme so den Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern, aus denen er Eine-Welt-Laden viele seiner Produkte bezieht, „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu, erklärt Edling. „Wir wollen auch gar nicht mit den anderen Geschäften konkurrieren“, wirft sie ein, und Martin Goebel merkt an: „Wir wollen die Fußgängerzone ergänzen.“

Seit 1993 gibt es den Rintelner Eine-Welt-Laden. Bis dahin hatte die schon seit 20 Jahren in Rinteln bestehende Eine-Welt-Bewegung aus einem Stand heraus auf dem Wochenmarkt seine Waren feilgeboten.
Zum Sortiment des Eine-Welt-Ladens zählen neben den klassischen Produkten, wie Honig, Kaffee, Tee und Wein, inzwischen auch Kunstartikel und Textilien. „Und die Produkte sind nicht nur fair gehandelt, sondern auch biologisch hergestellt“, betont Edling. „Was nicht giftig für den Körper ist, ist auch in der Herstellung nicht giftig.“

Eröffnung: Heute, Sonnabend, 30. Juli, soll der Eine-Welt-Laden auf dem Häppchen- und Schnäppchenmarkt zum ersten Mal in der Klostertraße seine Türen öffnen. Die offizielle Eröffnungsfeier finde in einem Zug mit der Jubiläumsfeier statt, und die ist am 3. September in der Klosterstraße 37.

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