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Nordwestbahn muss Strafe zahlen

Nicht Pünktlich Nordwestbahn muss Strafe zahlen

Die Nordwestbahn (NWB) muss demnächst mit einer Strafzahlung rechnen. Diese wird fällig, wenn die Bahn die von der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen vorgegebene Pünktlichkeitsquote nicht einhält.

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Quelle: pr.

Rinteln. Und mit einer Quote von 91,27 Prozent bis Oktober ist die Bahngesellschaft auf der Strecke zwischen Bünde und Hildesheim 2014 hinter dem von der LNVG vorgegebenen Zielwert von 93 Prozent pünktlich angekommener Züge zurückgeblieben. Ein Zeitverlust, der auch in den Monaten November und Dezember nicht mehr wettgemacht wurde. Als pünktlich gelten in diesem Zusammenhang alle Züge, die spätestens innerhalb von drei Minuten nach ihrer planmäßigen Ankunftszeit den Bahnhof erreichen.

 Wie Rainer Peters, Pressesprecher der LNVG, erklärt, gibt es bei der Bewertung der Pünktlichkeit zwei Zielvorgaben: 93 Prozent der Züge dürfen maximal drei Minuten Verspätung haben.

 Private Bahnunternehmen wie die Nordwestbahn werden in Niedersachsen von der LNVG beauftragt, den Zugverkehr durchzuführen. Und diese lässt sich das einiges kosten, denn wie Peters erklärt, decken Ticketverkäufe nur etwa 30 bis 40 Prozent der Kosten.

 Weitere 280 Millionen Euro bezahlt die LNVG aus Steuergeldern. Und für jeden einzelnen Zug, der zu spät oder gar nicht kommt, behält die LNVG Geld ein, in anderen Worten: Die NWB muss Strafgeld zahlen.

 Die Nordwestbahn hat das Netz im Jahr 2011 übernommen und konnte damals prompt mit einer Pünktlichkeitsquote von 98,6 Prozent aufwarten – die allerdings nicht repräsentativ ist, wie Maik Seete, Pressesprecher derNordwestbahn, offen einräumt. Denn: Die Übernahme fiel in den Dezember, sodass die Nordwestbahn in 2011 nur zwei Wochen in Betrieb war.

 Auch in den Jahren 2012 und 2013 fielen für die Nordwestbahn keine Strafzahlungen an. Mit einer Pünktlichkeitsquote von 91,95 Prozent (von Zügen, die höchstens drei Minuten zu spät kommen) in 2012 lag die Bahn über dem Zielwert von 90 Prozent.

 So auch in 2013, als der Zielwert bei 91,5 Prozent lag und die Bahn eine Quote von 93,62 Prozent erzielte. Der Zielwert wechselt beziehungsweise wird jährlich angehoben, weil man bei der LNVG der Auffassung ist, dass ein Unternehmen sich nach der Aufnahme eines Netzes auf Dauer noch verbessern wird, erläutert Peters.

 2014 lag der Zielwert bei einer Quote von 93 Prozent. Zahlreiche Verspätungen der Nordwestbahn lassen die Vorgabe der LNVG jedoch nun erstmals unerreicht. Mit insgesamt 91,27 Prozent bis Oktober lag die Bahngesellschaft deutlich unter den vorgegebenen 93 Prozent. Im November wurde sogar nur eine Quote von 88,80 Prozent erreicht – die bis dato schlechteste Quote des Jahres 2014.

 Zwar lagen die Daten für Dezember bis Redaktionsschluss noch nicht vor. Aber man kann sich ausrechnen, dass der Zielwert von 93 Prozent nicht mehr erreicht worden sein wird. „Wir werden 2014 unter 93 Prozent liegen“, bestätigt Seete unserer Zeitung gegenüber.

 Verantwortlich für die Zugverspätungen in diesem Jahr seien vor allem drei Gründe, erklärt der Pressesprecher: „Die meisten Zugverspätungen entstehen, wenn ein Zug durch einen anderen Zug ausgebremst wird.“ Jede sechste Verspätung sei durch Bahnübergangsstörungen entstanden. „Manchmal schließen Schranken nicht automatisch, dann müssen unsere Triebfahrzeugführer die Schranke mit einem Schlüssel bedienen.“ Und vor allem beim Bahnhof Elze komme noch das Warten auf Anschlussreisende hinzu.

 Besonders unpünktlich waren die Züge auf der Strecke von Bünde nach Hildesheim etwa im Mai (89,32 Prozent). Den Grund dafür sieht die Nordwestbahn in Bauarbeiten zwischen Nordstemmen und Elze, wo teilweise nur ein Gleis zur Verfügung stand.

 Im ebenfalls vergleichsweise unpünktlichen Juli (89,40 Prozent) seien vor allem Fahrzeug- und Bahnübergangsstörungen für die Verspätung verantwortlich. Ähnlich habe es sich im November verhalten.

 Alles in allem führten diese Umstände zu einer Quote, die unter dem für 2014 vorgegebenen Zielwert von 93 Prozent liegen wird. Infolgedessen wird die Nordwestbahn in Bezug auf die Pünktlichkeitsquote nun erstmals zur Kasse gebeten. In welcher Höhe die Strafzahlungen ausfallen, will sowohl bei der Nordwestbahn als auch bei der Landesnahverkehrsgesellschaft aber niemand sagen.jak, pk

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