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Nur noch die Hälfte an Leerstand

Nachnutzung von Sparkassenfilialen Nur noch die Hälfte an Leerstand

Der Unmut ist groß gewesen, als bekannt wurde, dass vier Sparkassen-Filialen in Rinteln und den Ortsteilen geschlossen werden. Ein kleiner Trost: Inzwischen haben sich bereits für zwei Filialen Nachnutzungen gefunden.

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Die Filiale in Möllenbeck bleibt vorerst leer.

Quelle: tol

Rinteln. Am morgigen Mittwoch eröffnet das „Druckhaus Rinteln“ im einstigen Sparkassen-Gebäude am Schulweg 1 in Engern. Dabei handelt es sich um die erste Filiale des seit knapp 20 Jahren in Rinteln (von 1996 bis 1998 in Exten, seitdem in Krankenhagen) ansässigen Unternehmens „K-Design“. „Wir haben die ehemalige Sparkassen-Filiale im März gekauft“, teilt Geschäftsführer Klaus-Dieter Kuhne auf Anfrage unserer Zeitung mit.

 „K-Design“ lagere damit seine Drucksachen nach Engern aus, speziell die Produktion für Digitaldruck und Textildruck, wie Stickereien. „Deshalb auch der Name ,Druckhaus Rinteln‘“, merkt Kuhne an. Im Zuge der Neueröffnung der Filiale entstehe ein zusätzlicher Arbeitsplatz.

 Bereits seit knapp vier Wochen neu bezogen ist die einstige Sparkassen-Geschäftsstelle in der Hauptstraße 6 in Todenmann. Die Firma „Bultmann Immobilienservice“ hat die Sparkassen-Immobilie gekauft und daraufhin ihren Standort aus der Berliner Straße 62 in Engern – einer ehemaligen Volksbank-Filiale – ins Kirschendorf verlegt.

 „Wir haben zu zweit angefangen, mittlerweile sind wir in der Verwaltung zu fünft. Wir brauchten also mehr Platz, hatten aber keine Zeit umzubauen. Da kam uns das Angebot der Sparkasse sehr gelegen“, schildert Geschäftsinhaber Bastian Bultmann. Ihren Anfang habe die Immobilienfirma 2006 in einem Privathaus in der Waldkaterallee genommen. In Engern war das Geschäft seit 2011 niedergelassen.

 Ungewiss ist die Zukunft der ehemaligen Geschäftsstelle an der Detmolder Straße 11a. Dort ist die Sparkasse Schaumburg Eigentümerin des Gebäudes. Es gebe zwar „lose Kontakte“ zu Interessenten, aber noch nichts Konkretes, so Werner Nickel, Pressesprecher der Sparkasse Schaumburg. Man hege allerdings die Hoffnung, mit dem jeweiligen Nachnutzer darin übereinzukommen, in den Räumen künftig eine Selbstbedienungsfiliale betreiben zu dürfen.

 Unklar ist auch, wie es mit den ehemals von der Sparkasse Schaumburg angemieteten Räumen in der Hildburgstraße 20 weitergeht. Eigentümerin Astrid Schinz hofft zwar, noch einen neuen Mieter zu finden: für einen Laden, eine Versicherung oder wieder eine Bank. „Aber bis jetzt hat sich noch niemand gemeldet“, sagt Schinz.

 Die Kommunalpolitik nimmt die Nachnutzung mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis. Todenmanns Ortsbürgermeister Uwe Vogt sei zwar glücklich über jedes Haus, das im Kirschendorf nicht leersteht. Aber von der Nachnutzung der Sparkassen-Filiale habe ja der Bürger nichts, meint Vogt. „Die Geschäftsstelle fehlt jetzt vor allem den Älteren, das ist einfach so“, klagt er. Und angesichts des Sparkassen-Neubaus im Nachbarort Kleinenbremen habe er umso weniger Verständnis für die Schließungen in den Rintelner Ortsteilen.

 Auch Engerns Ortsbürgermeister Dieter Horn ist über den Verlust der Sparkassen-Filiale noch nicht ganz hinweg. „Es ist zwar schön, dass es eine Nachnutzung gibt“, sagt er. „Aber eine Sparkasse wäre mir lieber gewesen, wenigstens ein Automat.“ Und mit Blick auf den Ausbau der Sparkassen-Geschäftsstelle am Andeplatz sagt er noch: „So richtig passt das mit den Schließungen an anderer Stelle nicht zusammen.“

 Der Verwaltungsrat der Sparkasse Schaumburg hatte im November den Beschluss gefasst, zum 1. Januar landkreisweit 14 Filialen zu schließen, darunter vier Geschäftsstellen in Rinteln. Die Sparkasse habe damit auf den Bevölkerungsrückgang in Schaumburg, die anhaltende Niedrigzinsphase, die zunehmende Nutzung von Onlinebanking und die immer stärker werdende Regulierung des Bankgeschäftes durch EU- und Verbraucherschutzvorschriften reagiert, um das heimische Kreditinstitut für die Zukunft gut aufzustellen.

pk

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